HuffPost bekommt Konkurrenz von rechts

Das Erfolgsmodell Huffington Post bekommt einen Nachahmer, allerdings einen aus der konservativen Ecke. Journalist und Moderator Tucker Carlson will mit DailyCaller.com das konservative US-Establishment ebenso gewinnen, wie Arianna Huffington Amerikas Linke für sich gewinnen konnte: mit meinungsstarken Artikeln und Verlinkungen auf alles andere. Carlson will aber nicht nur einen anderen politischen Grundton als die HuffPost anschlagen, sondern auch (ansonsten) alles besser machen.

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Sein Credo lautet deshalb: „telling the truth and be accurate“ und das im Siebenminuten-Takt. Denn was Carlson seinen Konkurrenten von HuffPost und DrudgeReport vorwirft, ist unter anderem mangelnde Aktualität. Eine Anmaßung, wenn man sich die Taktung der beiden Seiten anschaut. Doch Carlson provoziert gerne. Bei seinem DailyCaller soll also alles anders, schneller und besser laufen.

Ein schwieriges Unterfangen dürfte es für Carlson dennoch werden, die Konkurrenz einzuholen: der den Republikanern nahe stehende Matt Drudge erreicht mit seinem DrudgeReport monatlich 1,7 Millionen Unique User (comScore 4/2009) – und liegt damit an Stelle zwei der politischen Blogs und News-Aggregatoren in den USA. Die Nummer eins ist unangefochten die Huffington Post mit 5,6 Millionen Unique Usern monatlich.

Thematisch wird die neue Website Politik, Kultur und Gesellschaft abdecken. Reportagen, Analysen und Hintergund-Stücke sollen dabei ebenso zum Einsatz kommen, wie satirische Seitenhiebe auf die Obama-Administration. „Es gibt einfach nicht genügend Leute, die über diese Regierung schreiben und den Lesern erklären, was vor sich geht“, erregte sich Carlson während einer ersten Vorstellung seiner Site vor konservativem Publikum in der vergangenen Woche.

Carlson ist für seine politische Meinungsfreude bekannt: Der Journalist lieferte sich in dem CNN-Format „Crossfire“ regelmäßig verbale Schlachten mit Kollegen aus dem demokratischen Lager. „Der DailyCaller wird einem zeitgemäßen, präzisen und furchtlosem Journalismus ein Zuhause geben“, sagt Carlson denn auch gewohnt angriffslustig. Die Seite soll jedoch „kein Forum werden, auf dem über die Zukunft der Republikaner“ debattiert wird, solche Foren würden die User woanders finden. Bei Carlson soll es hingegen um knallharten Journalismus gehen: „adding facts to the conservation“, darauf kommt es ihm an.

Wie sich die Seie finanzieren soll, ist noch nicht bekannt. Allerdings hat der Initiator schon erklärt, er wollte die Journalisten, die für den DailyCaller schreiben, danach bezahlen, wie oft ihre Artikel angeklickt werden.

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