Gericht gibt grünes Licht für RTL-Babyshow

Viel Lärm um nichts: RTL darf die umstrittene Reality-Show "Erwachsen auf Probe" heute Abend um 20.15 Uhr ausstrahlen. Soeben hat das Kölner Verwaltungsgericht einem Erlass auf einstweilige Anordnung nicht stattgegeben. Die Antragsteller wollten erreichen, dass das Jugendamt der Stadt Köln die Ausstrahlung der Sendung untersagt. Nach Meinung der Richter ist das Jugendamt der Stadt Köln unter keinem Gesichtspunkt dazu berufen die Ausstrahlung der Sendefolgen „Erwachsen auf Probe“ zu untersagen.

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„Die Zuständigkeiten der Medienaufsicht seien abschließend im Jugendmedienschutz- Staatsvertrag geregelt“, heißt es in einer Mitteilung des Verwaltungsgericht. „Behördlich zuständig für Maßnahmen im Zusammenhang mit der Beachtung des Jugendschutzes und der Menschenwürde im privaten Rundfunk sind allein die Landesmedienanstalten.“
Das deutsche Familiennetzwerk wirft RTL vor, mit der Sendung „gravierende Menschenrechtsverletzungen“ in Kauf zu nehmen. Außerdem werde dem Zuschauer in „Erwachsen auf Probe“ suggeriert, dass die „Vermietung von Kindern normal“ geworden sei, auch dagegen will das Netzwerk vorgehen.

„Bereits schwangere Mädchen im Teenageralter könnten durch die Sendungen, in denen vollkommen überforderte Teenager- Pärchen in – aus pädagogischer und familiärer Sicht – abschreckender Art und Weise gezeigt werden, ermuntert und geradezu aufgefordert werden, die Schwangerschaft abzubrechen oder ihr Kind abzutreiben“, zitiert Netzeitung.de aus dem Antrag des deutsche Familiennetzwerk.

Auch die Politik mischte sich bereits in die Diskussion um die Sendung ein. So kritisierte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen RTL im Nachrichtenmagazin „Spiegel“: „Man fragt sich die ganze Zeit: Was ist mit den Kindern? Wo bleiben deren Rechte?“

In der Reality-Show bekommen junge Pärchen mit Kinderwunsch testweise ein Baby zur Verfügung gestellt, um zu sehen, ob sie der Herausforderung gewachsen sind. Die dreifache Mutter und Gattin von „Bild“-Chef Kai Diekmann, Katja Kessler, moderiert.

RTL-Chefin Anke Schäferkordt reagierte zunehmend gereizt auf die anhaltende Kritik: „Wir weisen den aktuellen Druck, den zahlreiche Organisationen und Verbände auf RTL wegen der Ausstrahlung des neuen Formats ausüben, entschieden zurück“.

Die TV-Managerin glaubt, dass ein Großteil der Kritik auf eine missverständliche Pressemitteilung von RTL zurückzuführen sei. „Wir haben vollstes Verständnis für die Sorge – die aufgrund der misszuverstehenden RTL-Pressemitteilung entstanden ist -, dass Kinder mehrere Tage der Obhut ihrer Eltern entrissen werden. Doch diese Sorge können wir zu 100 Prozent entkräften, dies war nicht der Fall.“

Jetzt kann sich das Publikum selbst davon überzeugen, wie berechtigt die Sorgen den Jugendschützer waren. Die Kläger wiederum können gegen den Beschluss inoch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen.

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