Kein Ende der Anzeigenkrise in Sicht

Die Zeitschriftenbranche leidet weiterhin extrem unter der allgemeinen Wirtschaftskrise. Laut der neuesten Zahlen aus der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) druckten die ausgewerteten Publikumszeitschriften von Januar bis Mai 16,9% weniger Anzeigen als im Vorjahreszeitraum. Nach Ablauf des April lag das Minus noch bei 16,6%. Am bittersten sieht es weiterhin für die wöchentlichen Magazine und die Computerpresse aus. Dort gibt es Einbrüche von 30% und mehr.

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So liegen „stern“, „Spiegel“ und „Focus“ in den Monaten Januar bis Mai sogar 27,9%, 27,0% und 34,0% unter den 2008-Zahlen. Immerhin: Für den „stern“ und den „Spiegel“ sah es vor dem Mai noch mieser aus, hier haben sich die Zahlen also ganz leicht verbessert. Auch „Bunte“ und „Gala“ haben weiterhin dramatische Minuszeichen unter ihrer Anzeigenbilanz: Die „Bunte“ veröffentlichte 16,9% weniger Werbung als im Vorjahr, die „Gala“ sogar 20,7% weniger. Ein Blick auf die 20 Titel, die in Deutschland die meisten Millionen mit Werbung umsetzen, zeigt das Ausmaß der aktuellen Krise. Keine einzige Zeitschrift konnte bei den Umfängen zulegen, „Für Sie“, „Bild der Frau“ und „rtv“ können schon zufrieden sein, weil sie nur 6,4% bzw. 6,4% an Anzeigen verloren haben.

Über 30% verloren haben also neben dem „Focus“ auch „TV Spielfilm“ und die „Wirtschaftswoche“. Die „WiWo“ liegt mit einem Minus von 397,57 Anzeigenseiten auch auf Platz 3 des Verlierer-Rankings. Nur „Focus“ und „stern“ verloren noch mehr Seiten. Dramatisch sieht es wie eingangs erwähnt auch bei der Computerpresse aus: „Chip“ verlor 43,9%, „PC-Welt“ 37,0% und die „c’t“ 16,8%. Hier wird neben der Wirtschaftskrise auch ein Wechsel von Computer-Werbung ins Internet eine Rolle spielen. So sieht die Flop Ten der Absteiger nach Ablauf des Monats Mai aus:

Auf der Gewinnerseite sprechen wir über wesentlich kleinere Zahlen. Ein Plus von 58,82 Anzeigenseiten reicht „TV Klar“ schon, um Platz 1 in diesem Ranking zu erobern. Das Technikmagazin „iX“ und die „rtv“-Ausgabe Ost folgen auf den weiteren Plätzen, auch die „Frau im Spiegel“, „LandLust“, „Das Neue“ und „Maxi“ verzeichnen erfreuliche Zuwächse im Anzeigengeschäft:

Insgesamt sind die Gewinner aber ganz klar in der Minderheit. 261 ZAS-Verlierern stehen derzeit nur 90 Gewinner gegenüber. Hoffen wir, dass sich dieses Verhältnis in nicht allzu ferner Zukunft wieder umdreht.

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