Googles Wundertool Wave: Eines für alle?

Es soll nicht weniger als das nächste große Ding sein: Erst war es das geschriebene Wort, dann kam die Email – nun folgt Wave. Glaubt man dem bei weitem wertvollsten Internetkonzern der Welt, wird Wave die Kommunikation revolutionieren: Email- und Instant Messaging wachsen zusammen, an Texten soll online sogar gemeinsam geschrieben werden. All das klingt gut, vereinfacht und futuristisch – allein: werden User Googles neues Super-Message-Tool annehmen?

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Es ist das Grundproblem des Internets: der ständige Overkill. Überall ist alles verfügbar – und zwar im Überangebot: Mitteilungen via eMail, Chats, Foren – und unzählige Kommunikations-Applikationen. Wie schön, wenn man alles in einem hätte.

Genau diesen Ansatz verfolgt der neuste Coup aus dem Googlepelex, der dann auch gleich mit einem ambitionierten Namen daherkommt – „Wave“. Wie diese nächste große Welle der Kommunikation aussehen könnte, stellten gestern Nachmittag amerikanischer Zeit auf Googles Entwicklerkonferenz I/O die Brüder Lars and Jens Rasmussen und Stephanie Hannon aus der australischen Dependance vor.
„Wenn die Email heute erfunden werden würde, würde sie so aussehen wie Wave“, macht Lars Rasmussen den eigenen Anspruch deutlich.

Alles in einem: Email, Chats, Foto, Maps

Tatsächlich weckt das gestern vorgestellte Wave sofort die Neugierde von Millionen Nutzern, auch wenn sie noch einige Monate auf die Software werden warten müssen – „später in diesem Jahr“ soll Wave veröffentlicht werden.  Alles scheint dann möglich, alles wird vereint: Die Chat- mit der Mail-Funktion, die wiederum auch an Foto-Communites gekoppelt werden kann.

Sogar das Editieren von Texten kann online vorgenommen werden – und zwar von mehreren Teilnehmern, wie bei Wikipedia. Und auch die Anbindung von Google Maps oder der klassischen Google-Suche wird nun möglich, bis hin zur Einbettung von Zusatz-Applikationen.    

Wird Wave Twitter und Facebook gefährlich? „Nicht in nächster Zeit“

Doch kann sich Googles neues Super-Tool tatsächlich durchsetzen? Bekannte Nutzergewohnheiten zu brechen, zählt bekanntlich zu den größten Hürden im Internet-Alltag. Das weiß auch Dan Frommer vom Technologieportal „Alley Insider“:  „Wave sieht ziemlich cool aus und könnte, wenn es angenommen wird, Unternehmen sehr weh tun, die mit klassischer Mail-Software Geld verdienen – Unternehmen wie Microsoft.“

Auch Social Media-Emporkömmlinge könnte Wave angreifen, stellt Frommer in den Raum – vielleicht: „Unternehmen wie Facebook oder Twitter, die auf Echtzeit-Informationen spezialisiert sind, könnten betroffen sein. Aber nicht bald, nicht in nächster Zeit. Es muss schon einiges passieren, bis Wave dahin kommt.“

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