P7S1-Chef will in der Primetime punkten

Kein Traumjob: Im ersten Interview seit seinem Amtsantritt spricht der neue P7S1-Chef Thomas Ebeling Tacheles. "Es werden schwierige Jahre“, sagte Ebeling gegenüber dem "Manager Magazin". Die hohe Verschuldung, exorbitante Zinsen und die Renditeerwartungen der Eigner KKR und Permira zwingen Ebeling zum Lavieren. Einerseits müssen Kosten gespart werden, andererseits erwarten die Zuschauer ein hochwertiges Programm. Dennoch glaubt Ebeling an die Strahlkraft seiner Sender.

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Vorrangiges Ziel für Ebeling ist es, in der anhaltenden Rezession mit seinen Sendern nicht weiter abzusacken. Ein Ende der Wirtschaftskrise ist für ihn aber sicher: „Eines Tages kommt man aus ihr heraus. Wenn wir bis dahin unsere Marktanteile halten und die Strahlkraft unserer Marken verbessern können, ist das eine sehr gute Ausgangslage.“ 2009 und 2010 werden dennoch „schwierige Jahre“. Ebeling rechnet mit weiter sinkenden Einnahmen, für den Fernsehwerbemarkt rechnet er 2009 mit einem Rückgang von mehr als zehn Prozent. Trotzdem erwartet er für das Ende des laufenden Geschäftsjahres einen kleinen Gewinn für die ProSiebenSat.1 Media AG (P7S1). „Dies ist unser Ziel“, so Ebeling gegenüber dem „Manager Magazin“.

Aufgrund einer Wertberichtigung in Höhe von 180 Millionen Euro auf die skandinavische Senderkette SBS rutschte P7S1 für das Gesamtjahr 2008 mit knapp 130 Millionen Euro in die Verlustzone. Der Umsatz ging von von 3,2 Milliarden Euro in 2007 auf rund 3 Milliarden Euro zurück.

Der Sat.1-Umzug von Berlin nach Unterföhring und die damit verbundenen Synergie-Effekte sollen die Gruppe nun wieder fit machen. Dass nur 30 der 220 Berliner Beschäftigten den Umzug mitmachen, ist ein positiver Nebeneffekt. Weitere Entlassungen, so Ebeling, seien nicht mehr notwendig. „Wir werden jene 225 Stellen streichen, die bereits 2008 kommuniziert worden sind.“ Für 2009 rechnet Ebeling nicht damit, Probleme mit den Kreditvereinbarungen zu bekommen. „Aber man muss sich natürlich gut überlegen, wie man seine Finanzen managt. ProSiebenSat.1 hat eine robuste Ertragskraft.“

Gerade die neuen Verpflichtungen unter den Moderatoren sind es, die Ebeling Zuversicht geben: „Wir glauben, dass Leuchttürme wie Pocher, Kerner, ‚ran‘ oder Raab und ‚Germany’s Next Topmodel‘ bei ProSieben sehr wichtig sind, um Sender strahlen zu lassen.“ Pocher und Kerner – die hohen Kosten, die mit den Verpflichtungen der TV-Stars verbunden sind, sieht Ebeling gut angelegt.   „Für uns ist die Rückgewinnung von Zuschauermarktanteilen bei Sat.1 zwischen 20 und 23 Uhr, der Hauptvermarktungszeit, am wichtigsten. Wir können uns dies leisten, weil wir in allen Programmbereichen auf größte Effizienz achten.“

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