Newhouse dementiert Condé Nast-Verkauf

Die Gerüchte hielte sich bereits länger: Verkauft Condé Nast nach dem Ende des Prestige-Projektes „Vanity Fair“ sein Deutschlandgeschäft? Als Interessent Nummer eins galt dabei stets Gruner + Jahr. Doch jetzt folgt das Dementi. Dem Branchenmagazin „Werben & Verkaufen“ sagte Condé Nast-CEO International Jonathan Newhouse, dass zwar Angebote vorlägen, er sie aber alle abgelehnt hätte: „Wir planen auch nicht, als Partner mit anderen deutschen Verlagshäusern zusammenzuarbeiten."

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Darüber hinaus verriet Newhouse darauf hin, dass Condé Nast Deutschland nach einem rigiden Sparprogramm jetzt wieder profitabel arbeite. Laut denkt der Manager über den Deutschland-Start neuer Magazine wie „Wired“ oder „Condé Nast Traveller“ nach.
Selbst ein Comeback von „Vanity Fair“ als Monatstitel will Newhouse nicht ausschließen: „Manchmal braucht man eben einen zweiten Versuch.“ Anfang des Jahres hatte Condé Nast das ambitionierte Projekt nach nur zwei Jahren wieder eingestellt.

Nicht die unmissverständliche Absage des Managers an einen Verkauf des Deutschland Geschäftes verwundert, sondern auch der kategorische Ausschluss von Kooperationen. Denn eine Zusammenarbeit, beispielsweise mit Gruner + Jahr, brächte tatsächlich Vorteile für beide Verlage. So haben die Hamburger keine Hochglanz-Modetitel wie die „Vogue“, keine junge Frauenzeitschrift im Pocketformat wie die „Glamour“, kein Männermagazin wie „GQ“ und kein Heft, das dem „Architectural Digest“ ähnelt im Portfolio. Im Gegenzug könnte Gruners Verwaltungs- und Vermarktungsapparat die Münchener Titel mitbetreuen. Eine entsprechende Spekulation MEEDIA wies Newhouse damit entschieden zurück.
Zeitgleich sendet der US-Verlag ein weiters Zeichen für eine Normalisierung des Deutschland-Business. Endlich scheint nach monatelanger Suche ein Nachfolger für den ehemaligen Deutschland-Chef und internationalen Vize-Boss, Bernd Runge, gefunden. Wie Kress.de berichtet, muss die Identität des Runge-Nachfolgers noch geheim gehalten werden.
Offenbar befindet sich der Auserwählt noch in einem längerfristigen Arbeitsverhältnis. Die internationalen Aufgaben von Runge dagegen werden aufgeteilt. Karina Dobrotvorskaya, Managing Director von Condé Nast Russland, berichte nun direkt an Verleger Jonathan Newhouse und Carol Cornuau erhält die Oberaufsicht über die Märkte Südafrika, Griechenland, Portugal, Polen, Ungarn, Rumänien, Niederlande, Schweden und Brasilien.

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