Burda trotz guter Zahlen weiter auf Sparkurs

Finanzvorstand Paul-Bernhard Kallen hat dem "Handelsblatt" eine überraschend günstige Prognose von Hubert Burda Media für 2009 gegeben: Man rechne mit nur "leicht niedrigerem" Umsatz und einer hoch einstelligen Umsatzrendite. Auch die am Mittwochmorgen veröffentlichte Bilanz des Geschäftsjahres 2008 fiel unerwartet positiv aus. Der konsolidierte Konzernumsatz konnte um 3,7 Prozent gesteigert werden. Ein weiterer Personalabbau gehört aber offenbar zum Konzept.

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„Stabile Fahrt auf schwerer See“ – so schätzt das Unternehmen die eigene Lage ein. Und in der Tat sind die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres angesichts der Rahmenbedingungen sehr ordentlich: Der Außenumsatz betrug 1.750,4 Millionen Euro (2007: 1.687,3 Mio.). Allerdings schwächelte das Deutschlandgeschäft mit sinkendem Umsatz und rückläufigen Werbeerlösen.
Der Verlag Inland erwirtschaftete 39,2 Prozent des Außenumsatzes (2007: 42,1
Prozent), der Verlag Ausland trug hierzu 24,0 Prozent (2007: 22,2 Prozent) bei. Ein
ebenfalls starkes Wachstum gelang im Digitalbereich mit einer Steigerung von
16,3 Prozent (2007) auf 19,5 Prozent. Der Druck erzielte 8,7 Prozent (2007: 9,3
Prozent) und das Direktmarketing 8,3 Prozent (2007: 9,8 Prozent). Die sonstigen
Unternehmungen trugen mit 0,3 Prozent (2007: 0,3 Prozent) zum Außenumsatz bei. Der Konzern investierte 2008 einen Betrag von 142,9 Mio. Euro (2007: 222,7 Mio. Euro). Burda und seine Partnerverlage publizierten 2008 weltweit 261 Titel
(Vorjahr: 262), davon 75 (Vorjahr: 74) im Inland. 
Die Reichweite der deutschen Zeitschriften (MA 2009/I) stieg im abgelaufenen
Geschäftsjahr leicht auf 81,7 Prozent (2007: 80,4 Prozent). Der Außenumsatz der
inländischen Verlage ging um 3,3 Prozent zurück, bei den Bruttowerbeumsätzen
wurde ein Minus von 6,7 Prozent verzeichnet. Die rückläufige Entwicklung des
deutschen Vertriebsmarkts hat sich auch 2008 fortgesetzt. Das Medienhaus
konnte dagegen seinen Vertriebsumsatz über alle Sparten nahezu stabil halten.
Die Anzahl der verkauften Exemplare belief sich im Berichtsjahr auf insgesamt
386,3 Mio. (2007: 401,2 Mio.). Trotz der schwierigen Marktlage 2008 – insbesondere in der zweiten Jahreshälfte – entwickelte sich der Internet-
Bereich mit deutlich überdurchschnittlichen Wachstumsraten bei abermals
verbesserter Ertragssituation positiv.
Auch wenn die Aussichten für das laufende Jahr insgesamt günstiger ausfallen als zu befürchten war, so sieht das Management das Mediengeschäft weiter unter dem Eindruck des „Abwärtssogs“ der Weltwirtschaft und der Rezession auf dem deutschen Markt. Deshalb setzt der Vorstand weiterhin auf den bereits begonnen Umbau der Verlagsstrukturen und die damit verbundene Kostendisziplin in allen Unternehmenssegmenten.
„Wir bauen in allen Bereichen, in denen es wirtschaftlich notwendig ist, mit Augenmaß Personal ab“, wird Kallen zitiert. Schon 2008 sank die Zahl der Beschäftigten um 4,4 Prozent, 2009 wurden bereits die Zeitschriften „Tomorrow“, „Amica“ und „Young“ eingestellt. Zeitschriften-Vorstand Philipp Welte sagte dem „Handelsblatt“: „Alle Zeitschriften schreiben schwarze Zahlen, aber niemand weiß, wie sich die Märkte entwickeln.“
Expandieren will Burda vor allem in Asien, nachdem zuletzt Osteuropa im Blickpunkt stand. Eine Absage erteilte Philipp Welte Mutmaßungen, dass im journalistischen Bereich Titel ganz oder teilweise von Pool-Redaktionen beliefert würden. Dies würde die Qualität der Marken beeinträchtigen.

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