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OpenTable: 60 % Plus beim Börsengang

Es ist ein Ausrufezeichen in Krisenzeiten: OpenTable, ein Restaurant-Tischreservierer im Internet, hat trotz ungünstiger Vorzeichen den Gang an die Börse gewagt – und wurde belohnt. Um erstaunliche 60 Prozent schoss die Aktie am ersten Handelstag in der nach oben – und das, obwohl der Ausgabekurs im Vorfeld bereits kräftig angehoben wurde. Technologie- und Internet-Aktionäre träumen nun bereits von einer Wiederbelebung des brachliegenden Marktes für Neuemissionen.

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Es ist ein Ausrufezeichen in Krisenzeiten:  OpenTable, ein Restaurant-Tischreservierer im Internet, hat trotz denkbar ungünstiger Vorzeichen den Gang an die Börse gewagt – und wurde belohnt. Um erstaunliche  60 Prozent schoss die Aktie am ersten Handel in der Spitze nach oben – und das, obwohl der Ausgabekurs im Vorfeld bereits kräftig angehoben wurde. Technologie- und Internet-Aktionäre träumen nun bereits von einer Wiederbelebung des brachliegenden Marktes für Neuemissionen.

Der Wind hat gedreht: Seit nunmehr 10 Wochen  haussieren die Aktienmärkte bereits. Dank einer der rasantesten Comebackrallyes der jüngeren Börsengeschichte haben die Aktienmärkte rund um Erdball seit Anfang März zwischen 20 und 50 Prozent zugelegt. Angeführt wurde die Entwicklung durch High Tech- und Internetwerte wie Google, Apple oder Research in Motion, die allesamt noch mehr zulegen konnten als die Technologiebörse Nasdaq.

Entsprechend günstig erscheint das Umfeld für den über ein Jahr fast völlig brachliegenden Markt der Börsengange. Genutzt hat die Gunst der Stunde der Online-Restaurant-Tischreservierer Open Table. Das 1999 in San Francisco gegründete Unternehmen hatte seine Neuemissionspläne bereits im Winter konkretisiert, das IPO (Initial Public Offering) jedoch im Februar aufgrund des miserablen Börsenumfelds zunächst auf Eis gelegt.

Börsenüberraschung des Jahres: OpenTable mit dem besten IPO seit 18 Monaten

In der letzten Woche nahm OpenTable schließlich den Anlauf auf das rutschige Börsenparkett und landete den Überraschungscoup des Jahres. Vom bereits deutlich angehobenen Ausgabekurs bei 20 Dollar schoss das Papier am ersten Handelstag bis auf 32 Dollar empor. Mit einem enormen Kursplus von 60 Prozent sorgte OpenTable damit für den erfolgreichsten Börsengang der USA der letzten 18 Monate!

„Das erinnert sehr an die Neuemissionen der Jahre 1999 bis 2000“, zeigte sich Scott Sweet, Partner bei der Unternehmensberatung IPO Boutique, sehr überrascht von dem großen Zuspruch der Neuemission. „In diesem Börsenumfeld dürfte eigentlich nicht so viel bezahlt werden, vor allem wenn man bedenkt, dass das Restaurant-Geschäft sehr rezessionsanfällig ist.“

OpenTable – Wachstum in der Krise mit Online-Tisch-Reservierung  

Das nämlich ist das Kerngeschäft von OpenTable: Das noch vor der Jahrhundertwende gegründete Internet-Unternehmen aus San Francisco bietet inzwischen Reservierungen bei fast 10.000 Restaurants rund um den Erdball an. Kernmarkt sind naheliegenderweise die USA mit fast 9000 Angeboten – auch in Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Portugal, der Schweiz, Irland, Kanada, Mexiko und Hongkong  ist OpenTable aber bereits vertreten. 



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Auf zweierlei Wegen verdient OpenTable mit den Reservierungen Geld: Zum einen durch eine Abonnentengebühr, die Anbieter für ihre Präsenz auf der Webseite abführen (54 Prozent der Umsätze) – zum anderen durch die tatsächlich erfolgte Buchungsvermittlung (42 Prozent der Umsätze).

 Und in der Tat: Die Erlöse steigen rasant. Im Geschäftsjahr 2008 zogen die Umsätze massiv an: Ein Anstieg um 35 Prozent auf 56 Millionen Dollar.

Dreistelliges KGV: Bereits turmhohe Bewertung

Die Entwicklung setzt sich im ersten Quartal trotz Rezession und Finanzmarktkrise fort: Die Umsätze stiegen um 22 Prozent auf 16 Millionen Dollar, während die Gewinnschwelle mit einem Profit von 366.000 Dollar überschritten wurde. Im Gesamtjahr 2009 will OpenTable 10 Cent je Aktie verdienen, 2010 25 Cent je Aktie.

Hier fängt jedoch das Bewertungsproblem an.  Auf Basis der gegenwärtigen Schätzungen wird OpenTable im laufenden Jahr auch nach den ersten Gewinnmitnahmen am Freitag mit einem Mond-Kurs-Gewinnverhältnis (KGV) von knapp 300 gehandelt. Im nächsten Jahr läge das KGV auf Basis der Schätzungen von ThinkEquity, eine der konsortialführerenden Banken, gegenwärtig immer noch bei über 100.

„Echter Nachholbedarf an Börsengängen“

Der frühere Merrill Lynch-Staranalyst Henry Blodget, der inzwischen das Technologieportal „Alley Insider“ betreibt, äußert sich entsprechend skeptisch: „Selbst wenn wir annehmen, dass OpenTable im nächsten Jahr 50 Cent je Aktie verdient, kommen wir auf ein 2010er KGV von 65. Das lässt wenig Toleranz für Enttäuschungen. Die Aktie ist jetzt schon überbewertet.“  

Auf der anderen Seite unterstreicht gerade dieses den Hunger auf Wachstumswerte, der schneller als erwartet wieder aufzukommen scheint. „Das OpenTable-IPO beweist, dass sich der Markt deutlich verbessert hat und ein echter Nachholbedarf der Anleger an Börsengängen besteht“, erklärte BobMcCooey von der Technologiebörse Nasdaq. Für Facebook und Skype, die mutmaßlich im nächsten Jahr an die Börse wollen, könnte das Timing damit immer besser werden.

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