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Kerner-Erbe: Was will Lanz eigentlich?

Neben ARD-Talker Jörg Pilawa gilt Markus Lanz als heißester Kandidat auf die Kerner-Nachfolge beim ZDF. Bevor es überhaupt zu einem Duell der beiden Anwärter kommen kann, nimmt Lanz der Diskussion alle Schärfe, indem er in einem Stern.de-Interview angenehm unaufgeregt seine Lage und die des ZDFs analysiert. "Ich will nicht alles wegmoderieren". Er sagt: "Ich bin nicht der Meinung, dass die Frequenz von drei Mal in einer Woche für mich unbedingt erstrebenswert wäre."

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Lanz bedient sich eines geschickten Kniffes. Anstatt Ansprüche zu formulieren, erklärt er in dem Gespräch lieber die strategische Ausgangssituation und bringt sich dadurch umso nachhaltiger und seriöser in Stellung: „Im Grunde gibt es drei Szenarien. Entweder: drei Mal Talk pro Woche. Das schafft wieder die Abhängigkeit von einer Person. Oder man sagt sich: Wir machen Talk nur noch zwei Mal pro Woche und bauen uns um „Neues aus der Anstalt“ eine Comedy- oder Kabarettschiene auf“, sagt Lanz. „Die dritte Lösung wäre: ein Mal pro Woche und dafür etwas länger. Geht ja auch. Da ist man dann vielleicht ein bisschen magaziniger unterwegs.“ Der Talkmaster könnte mit jeder der drei Möglichkeiten gut leben.

Nur was will Lanz wirklich? Seine Aussagen sind zweideutig. Zum einem argumentiert er gegen eine Kopie des ZDF-Kerner-Modells mit drei Sendungen pro Woche. Stattdessen denkt er laut über ein  wöchentliches, journalistischeres Format nach. „Wenn du sagst: Wir haben einen sehr hohen Anspruch an Recherche, wir wollen Geschichten auch mal investigativer nachgehen, dann hieße das eher: ein Mal die Woche.“ Das ist allerdings genau das Kerner-Konzept bei Sat1.

Andererseits sieht Lanz auch in der Konstruktion mit drei Sendungen pro Woche gewisse Vorteile. Dann wird das Gesicht des Talkmasters Programmprägend, weil sich ein Gewöhnungseffekt einstellt. „Dann müssen Sie für Regelmäßigkeit sorgen, drei Mal die Woche, damit die Leute die Sendung in ihre Abendrituale mit einbeziehen.“

Anstatt jedoch zu verraten, zu welchen Konzept Lanz tendiert, spielt er lieber den Ball zurück zu den Programmchefs. „Ich bin der Letzte, der Markus Schächter, Thomas Bellut oder Manfred Teubner vorzuschreiben hat, wie sie ihren Sender aufzustellen haben.“ Es gilt also der Kerner-Satz: „Der Sender sitzt auf dem Fahrersitz“.

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