Raab: Ein Mann führt die Branche vor

Wir befinden uns mitten den Raab-Festspielen: Der Kölner ist der große Gewinner des Eurovisions Song Contest von Moskau. Denn das Buhlen der ARD um den Showmaster suggeriert, dass nur noch Raab Deutschland retten könnte. Sieben Tage später, am vergangenen Samstag, gab es dann nur einen Quotengewinner: "Schlag den Raab". Der dritte Teil der Festspiele folgt am kommenden Freitag. Am Vorabend des DFB Pokalfinales veranstaltet der TV-Hans-Dampf den "Deutschen Eisfußball Pokal 2009".

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Die Idee zu dieser Sportart stammt aus der Spielshow „Schlag den Raab“. Auf einer Eishockey-Fläche wird Fußball gespielt, doch anstatt Schlittschuhe tragen die Mitspieler rutschige Bowling-Schuhe. Das klingt nach viel Chaos riesen  Spass. Doch in einem Spiegel-Interview verrät Raab, er hoffe, dass das Fun-Event schnell erwachsen wird. „So fängt es bei mir immer an. Erst haben wir den Eurovision Song Contest parodiert, aber wenn die Ironie mal klar ist, lässt sie sich nicht wiederholen, weil dann niemand mehr lachen würde“. Weiter sagt er: „Deshalb gibt es inzwischen den Bundesvision Song Contest als ernsthafte Musik-Veranstaltung. Eine Parodie trägt nicht den ganzen Abend, deshalb muss es eine anständige Wettkampfveranstaltung sein.“

Passend zum Wettkampfanspruch sind auch die Regeln: Acht Teams nehmen an dem Turnier teil, und treten in jeweils zwei Gruppen á vier Mannschaften gegeneinander an. Die beiden Gruppen-Ersten ziehen dann in die Halbfinale ein. Die Teams rekrutieren sich jedoch nicht aus den aktuellen Profis, sondern aus Größen des Fußballsports und bekennenden Fan-Promis. Neben dem 1. FC Köln, als dessen Kapitän natürlich Raab himself aufläuft, haben noch der HSV, der Meister aus Wolfsburg , Stuttgart, St. Pauli, Frankfurt, Schalke und sogar der FC Bayern zugesagt. Für die Münchner laufen, bzw. schlittern, unter anderem Thomas Helmer, Andreas Herzog und Mario Basler auf.

Kleiner Wehrmutstropfen für Raab und ProSieben: Wie bereits die „Wok-WM“ wird auch der „Deutsche Eisfußball Pokal 2009“ die Einblendung „Dauerwerbesendung“ tragen.

Dies ist ein Makel, der Raabs aktuell wohl größtem Erfolgsprojekt nicht anhaftet. „Schlag den Raab“ ist seriöse TV-Unterhaltung. Ein Kandidat tritt in 16 Spielen gegen den Entertainer an. Der Kölner macht von der ersten Minuten an klar: Für ihn ist die Show kein Spiel, sondern ernsthafter Wettkampf. Auf die Tatsache, dass ein Sieg den Gegner zum Millionär macht und dessen Leben komplett verändert, nimmt Raab keine Rücksicht: „Ich lerne die Leute erst eine halbe Stunde vor der Sendung kennen und sage: ‚Gebt alles, es geht um viel Geld. Aber erwartet nicht von mir, ein Almosen zu bekommen'“, sagt der Kölner dem „Spiegel“. „Natürlich gönne ich ihnen das Geld, aber wenn ich nur eine Minute daran denken würde, einen Punkt zu verschenken, kann man es mit der Show auch sein lassen. Das wollen die Zuschauer nicht sehen. Außerdem fand ich es schon als Kind blöd, wenn die Erwachsenen mich gewinnen ließen.“

Immer mehr Zuschauer entdecken das mindestens fünfstündige Duell-Format. Mit 2,78 Millionen bei den 14- bis 49-Jährigen gewann die Sendung überlegen den Samstag und stellte einen neuen Rekord auf. Nie zuvor hatte die Show einen solch hohen Marktanteil wie diesmal: 34,9 Prozent.

Die Sympathien bei den Zuschauern sind dabei klar verteilt. Laut einer Forsa-Umfrage halten über 80 Prozent aller TV-Gucker zum Herausforderer. Bedeutet: Am vergangenen Samstag konnten sie sich zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder über einen Sieg ihres Lieblings freuen. Kandidat Nino gewann nach dramatischen fünfeinhalb Stunden drei Millionen Euro.

Neben Raabs liebe zum sportlichen Wettkampf, ist der Kölner trotzdem noch immer ein seriöser Musiker mit einem großen Faible für den Eurovisions Song Contest. Bereits drei Mal, hatte er bei den deutschen Beiträgen seine ordnende Hand im Spiel.

Da ist es fast schon logisch, dass die ARD, nach dem Grand-Prix-Debakel von Moskau Raab um Hilfe bat. Doch der überlegte erst und sagte dann doch ab. „Der NDR hat uns um Hilfe gebeten. Wir haben ein schlüssiges Gesamtkonzept vorgelegt. Die Entscheidungswege in der ARD sind aber derart kompliziert, dass sie mit unserer Arbeitsweise nicht vereinbar sind. Unser Song Contest heißt Bundesvision Song Contest.“

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