„Playboy“-Chef Schmortte verlässt Burda

In der vergangenen Woche herrschte noch Rätselraten, am Montagnachmittag teilte Hubert Burda Media knapp mit: "Playboy"-Chefredakteur Stefan Schmortte scheidet zum Ende des Monats aus seinem Vertrag aus. Der 47-Jährige hatte das Bunny-Blatt seit 2003 geleitet. Angeblich will sich Schmortte nun eine Auszeit nehmen und sich danach den üblichen "neuen beruflichen Herausforderungen" stellen. Die Auflage des Magazins war zuletzt in Turbulenzen geraten, auch soll es Streit mit der Verlagsleitung gegeben haben.

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Der „Playboy“ verkauft sich derzeit so schlecht wie nie zuvor. Seit einem kleinen Auflagen-Zwischenhoch Ende der 90er Jahre, der im ersten Quartal 1999 mit allein im Einzelverkauf 346.501 abgesetzten Heften gipfelte, ging es langsam immer weiter bergab. 2008 dann der Tiefpunkt: Im dritten Quartal gingen im Einzelverkauf nur noch 91.075 Hefte über den Ladentresen.
Auch im ersten Quartal 2009 sah es mit einem Einzelverkauf von 115.335 nicht viel besser aus. Nur mit fast 100.000 sonstigen Verkäufen und Bordexemplaren konnte die Auflage noch bei über 250.000 gehalten werden. Auch am Anzeigenmarkt steht der „Playboy“ enorm unter Druck: 137 Anzeigenseiten wurden von Januar bis April laut ZAS gedruckt, ein Jahr zuvor waren es noch rund 215. Ein sattes Minus von 36,2%.
Allerdings ist es trotz der schwierigen Auflagensituation unwahrscheinlich, dass diese ausschlaggebend für die Trennung war. Von „Focus“-Macher Helmut Markwort ist bekannt, dass er stets solidarisch zu seinen Führungskräften steht. Markwort war es auch, der Schmortte als Geschäftsführenden Redakteur von „Focus Money“ ins ungewohnte publizistische Terrain und zum Chefredakteur beförderte. Zuvor hatte Schmortte seit 1994 beim „Focus“ gearbeitet.

Noch am Freitag hatte es  aus der Pressestelle geheißen: „Herr Schmortte ist Chefredakteur des ‚Payboy‘ und im Urlaub.“ Barfknecht heute: „Der Verlag bedauert die Entscheidung von Stefan Schmortte außerordentlich, hat seinem Wunsch auf vorzeitige Lösung des Vertragsverhältnisses aber entsprochen.“ Wer auf Stefan Schmortte folgt, ist noch nicht bekannt.
(Anmerkung: Eine in der früheren Fassung enthaltene weitere Erklärungsvariante haben wir nach der Beschwerde eines Lesers entfernt. Es ist gegebenenfalls Sache der Beteiligten, sich zu den Hintergründen der Vertragsauflösung zu äußern.)

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