Boitin neuer „Playboy“-Chefredakteur

Nur einen Tag nach dem Ausscheiden von Playboy-Chefredakteur Stefan Schmorrte ist ein Nachfolger für das Männermagazin gefunden worden. Wie der Burda Verlag vermeldet, wird Florian Boitin die Geschicke des Titels übernehmen. Boitin ist in der Branche kein Unbekannter: Der 42-Jährige verantwortete von 2005 bis 2008 den inzwischen eingestellten Springer-Männertitel "Maxim". In der Folge hatte sich Boitin als Medienberater mit seiner Firma content.creation selbstständig gemacht.

Anzeige

Erst gestern hatte Burda die Trennung von Stefan Schmorrte bekannt gegeben, über die in der Branche seit Ende letzter Woche spekuliert worden war.  Schmorrte wurden in erster Linie die sinkenden Verkaufszahlen und der Anzeigenschwund zum Verhängnis. Seit einem kleinen Auflagen-Zwischenhoch Ende der 90er Jahre, der im ersten Quartal 1999 mit allein im Einzelverkauf 346.501 abgesetzten Heften gipfelte, ging es langsam immer weiter bergab. 2008 dann der Tiefpunkt: Im dritten Quartal gingen im Einzelverkauf nur noch 91.075 Hefte über den Ladentresen.

Auch im ersten Quartal 2009 sah es mit einem Einzelverkauf von 115.335 Heften nicht viel besser aus. Nur mit fast 100.000 sonstigen Verkäufen und Bordexemplaren konnte die Auflage noch bei über 250.000 gehalten werden. Als Grund dafür sieht das Magazin vor allem die unzähligen Nackten, die es kostenlos im Internet zu sehen gibt. Einen „Kampf gegen das Internet“ wollte Stefan Schmorrte aber nicht führen – er setzte bis zuletzt verstärkt auf die journalistischen Qualitäten seines Magazins. Wer den „Playboy“ kaufe, könne auch gute Reportagen, Portraits und Interviews erwarten, hatte der 47-jährige Ex-Chefredakteur noch im vergangenen Herbst erklärt.
Die werbetreibende Wirtschaft konnte das Konzept indes immer weniger begeistern. Auch am Anzeigenmarkt steht der „Playboy“ nämlich immer mehr unter Druck: 137 Anzeigenseiten wurden von Januar bis April laut ZAS gedruckt, ein Jahr zuvor waren es noch rund 215 – ein sattes Minus von 36,2 Prozent.

Mit welchem Konzept Florian Boitin den Turnaround schaffen will, erscheint bislang noch unklar. Am „Playboy“ halten die Tomorrow Focus AG und der Focus Magazin Verlag 50,4 bzw. 49,6 Prozent der Anteile.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige