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„AZ“ bei Monti: Papperlapapp am Sarg

Man muss Kimberly Hoppe nicht kennen, sofern man nicht in München wohnt. Die 28-Jährige ist Klatsch-Reporterin bei der „Abendzeitung“, die auf eine lange Tradition als eigenwilliger und anspruchsvoller Boulevard-Titel zurückblicken darf. An diesem Montag brachte es die Journalistin zu einer, nun ja, traurigen Berühmtheit über die Stadtgrenzen hinaus: Kimberly schaltete bei der Trauerfeier für Monti Lüftner ihr iPhone nicht aus, sondern twitterte drauflos – peinliches Papperlapapp am Promi-Sarg.

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Man muss Kimberly Hoppe nicht kennen, sofern man nicht in München wohnt. Die 28-Jährige ist Klatsch-Reporterin bei der „Abendzeitung“, die auf eine lange Tradition als eigenwilliger und anspruchsvoller Boulevard-Titel zurückblicken darf. An diesem Montag brachte es die Journalistin zu einer, nun ja, traurigen Berühmtheit über die Stadtgrenzen hinaus: Kimberly schaltete bei der Trauerfeier für Monti Lüftner ihr iPhone nicht aus, sondern twitterte drauflos – peinliches Papperlapapp am Promi-Sarg.
Laut Eigenbeschreibung beim 140 Zeichen-Dienst ist Kimberly Hoppe „LEUTE-Kolumnistin, Red-Bull-Trinkerin und Männerversteherin“. Unter dem Account KimberlyHope startete das schräge Gezwitscher aus dem TwitterFon um 13:50 Uhr. Der Ort: die Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Königsresidenz.
„Beerdigung Monti Lüftner. Alle Promis schauen sehr, sehr traurig – auch die Fotografen tragen Schwarz. Wolfgang Seybold schluckt.“
Wir sind ganz nah dran am Geschehen, aber es geht ja erst los, auch wenn vielleicht nicht jeder folgen kann:
„In der Kirche habn Platz.Montis Sarg ist voll bunter Blumen aber Vroni Ferres, Otto, alle tragen Trauer.Dazu traurige Musik v Leslie Mandoki“
Kimberlys Live-Ticker kreist nicht nur um den Verstorbenen:
„Jetzt redet Paul Sahner, der mich eben für die Schlagzeile geschimpft hat: „das hier ist keine Show“
… und sieben Minuten später:
„Andrea Schoeller verteidigte mich:’Das war eine Hommage – Monti haette es geliebt.‘ Jawoll.“
Zur echten Reporterleistung gehört natürlich der kritische Blick. Kimberly um 15.21 Uhr:
„Jetzt läuft Bruce Springsteen. Marcel Avram schnaeutzt sich – Gaensehautstimmung. Nur die Kerzen sind leider nicht echt“
Weitere zehn Tweets folgen, etwa: „Thomas Stein erzählt Monti-Anekdoten, Bernie Paul weint“ oder „Dionne Warwick singt „Keep smiling“, alle weinen und singen mit“, bis sich die Reporterleistung dem Höhepunkt nähert:
„Jetzt plötzlich Totenstille! Oh Gott, wie schrecklich.“
Der unerträglichen Begräbnisschwere folgt („Ah Klavier“) die langsame Rückkehr zum Irdischen:
„Beim Empfang raucht Sandy, Ingrid Flick taucht auf. Es gibt Bier, Fleischpflanzerl und viele Ameisen“
Selbst für Monti Lüftners 16-Jährige Tochter Tracy twittert Kimberly Tröstendes:
„Udo Jürgens geht zum Empfang und Tracy schuettelt 600 Haende. Es ist das Ende ihres Vaters, aber ihr Anfang“
Dann, nach vier Stunden und 15 Tweets aus dem Kirchenschiff, endlich die erlösende Botschaft:
„Akku ist gleich leer und die Monti-Beerdigung ist jetzt vorbei #Bussi-Tussi“
Amen.
 

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