Neue Magazine: „Turn“ und „Dog‘s Élysée“

Es gibt sie ja doch noch, die neuen Zeitschriften-Projekte mitten in der Krise. Bloß kommen sie nicht von den Großverlagen, sondern von den kleinen Häusern. Allein an diesem Montag teilten zwei Verlage den Start neuer Magazin-Projekte mit, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Fangen wir an mit dem Minerva Verlag aus Mönchengladbach. Der Special-Interest-Verlag für […]

Anzeige

Es gibt sie ja doch noch, die neuen Zeitschriften-Projekte mitten in der Krise. Bloß kommen sie nicht von den Großverlagen, sondern von den kleinen Häusern. Allein an diesem Montag teilten zwei Verlage den Start neuer Magazin-Projekte mit, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Fangen wir an mit dem Minerva Verlag aus Mönchengladbach. Der Special-Interest-Verlag für hündische Publikationen (u.a. „Hundewelt“ und das Profizüchter-Heft „Breeder Special“) wagt sich mit vier Pfoten in den Lifestyle und bringt am 26. Mai „Dog‘s Élysée“. Das auf zweimonatliche Erscheinungsweise angelegte Heft will luxuriöse Hundeprodukte für anspruchsvolle Frauchen und Herrchen sowie ihre verwöhnten Vierbeiner präsentieren. Das Optisch wenig luxuriös, dafür umso wirrer geratene Cover ziert ein Chihuahua mit rosa Schleifchen und Tütü.

Da haben die Leute vom Minerva Verlag offenbar mit etwas Verspätung den Lifestyle und Luxus-Trend erschnüffelt. Und weil man gerade beim Trend-hinterherhecheln dabei ist, werden auch gleich noch Schnittmusterbögen für Hundemode zum Selbermachen reingepackt. Eine Art Promenadenmischung aus Gruners „Dogs“ und „Burda Modemagazin“.

3,50 Euro kostet das Heft, das künftig alle zwei Monate erscheinen soll, eine Website wird es auch geben.

Während die Leute bei Minerva mit „Dog‘s Élysée“ in ihrem angestammten Revier bleiben, will der Conpart Verlag aus Marne ganz neue Duftmarken setzen. Ebenfalls am 26. Mai startet der Verlag das Magazin „Turn“. Ein, huch, Turn-Magazin. Ja genau – turnen wie in „Turnvater Jahn“. Aber heutzutage muss alles mit Lifestyle und Trend aufgeladen werden. Also ist „Turn“, was bestimmt Englisch ausgesprochen werden will, nicht bloß eine Turn-Zeitschrift, sondern nach Verlagsangaben ein „Trendmagazin für Turnen, Sport & Lifestyle“. Jaja. Das Magazin soll vierteljährlich erscheinen und 3,80 Euro kosten. Der Conpart Verlag bringt es zusammen mit dem Deutschen Turner Bund heraus, auf dem Deutschen Turnfest vom 30. Mai bis 5. Juni in Frankfurt wird es der interessierten Turn-Öffentlichkeit nahegebracht. In der ersten Ausgabe geht es u.a. um Turner-Star Fabian Hambüchen und Skaten in Afghanistan. Wenn das nicht trendy ist, was dann? Die Druckauflage liegt bei 35.000 Exemplaren.

Für den Conpart Verlag ist „Turn“ nicht nur wegen des ungewöhnlichen Themas Turnen Neuland. Bisher hat der Verlag in erster Linie Billig-Frauenzeitschriften wie „Das Beste für die Frau“, „Freizeit Illu“ oder „Echt Spitze“ verlegt. Für „Turn“ hat der Verlag mit der Agentur Brand Affairs zusammengearbeitet. Jetzt kann man von dem kruden Layout der „Dog‘s Élysée“ oder der leicht schrulligen Idee einer Turner-Lifestyle-Zeitschrift halten, was man will. Aber es sind zumindest mal Ideen, die zu Papier gebracht werden. Und das ist mehr als man von den allermeisten großen Medienhäusern dieser Tage sagen kann.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige