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Facebook: Greift Microsoft doch zu?

Die Gerüchteküche um das boomende Social Network brodelt wieder einmal: Wird bei Facebook doch das Geld knapp? Eine Platzierung von Aktienanteilen bei Privatinvestoren nährt diesen Verdacht. In die Karten spielen könnte der anhaltende Kostendruck, den Facebook durch sein enormes Wachstum nur schwer in Griff zu bekommen scheint, dem Software-Riesen Microsoft, der bereits vor 18 Monaten in Facebook investierte. Diesmal jedoch könnte Microsoft weitaus günstiger zum Zuge kommen.

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Die Gerüchteküche um das boomende Social Network brodelt einmal wieder: Wird bei Facebook doch das Geld knapp? Eine Platzierung von Aktienanteilen bei Privatinvestoren nähert diesen Verdacht. In die Karten spielen könnte der anhaltende Kostendruck, den Facebook durch sein enormes Wachstum nur schwer in Griff zu bekommen scheint, dem Software-Riesen Microsoft, der bereits vor 18 Monaten in Facebook investierte. Diesmal jedoch könnte Microsoft weitaus günstiger zum Zuge kommen.

Die Anzeichen verdichten sich: Als Facebook-CFO Gideo Yu Anfang April gehen musste, schossen die Gerüchte in der Dot.com-Szene über. Hatte Yu, der sich in der Branche vor allem durch seine inzwischen legendäre, aber erfolglose Fundraising-Reise in Dubai einen Namen gemacht hatte, einfach zu wenig neue Mittel hereingeholt?

Das inzwischen weltgrößte Social Network mit seinem äußerst selbstbewussten CEO Mark Zuckerberg hatte prompt eine deutliche Antwort parat: „Wir haben die Personalberatung Spencer & Stuart mit der Suche nach einem neuen Finanzvorstand beauftragt. Wir suchen jemanden mit Erfahrung bei einem börsengelisteten Unternehmen.“
„Burning fast“: Nach Branchenschätzungen verliert Facebook 2009 noch mehr Geld

Klares Ziel Börsengang 2010 also – am besten in die antizipierte Erholung der Aktienmärkte hinein. Doch bis dahin muss sich Facebook entsprechend börsenreif präsentieren – was angesichts des immensen Kostendrucks, den das Social Network durch seine gigantische Expansion produziert, nicht einfach sein dürfte – um atemberaubende 300 Prozent wuchsen Facebooks Mitgliederzahlen binnen der letzten zwölf Monate an.

Zwar sollen Facebooks Erlöse im laufenden Jahr um etwa 50 Prozent steigen – die Kosten jedoch mindestens ebenso stark, wie das Branchenportal „Seeking Alpha“ vorrechnet. Damit verbrennt Facebook jedoch immer mehr Geld: Nach einem geschätzten Verlust von 150 Millionen Dollar im letzten Jahr, dürfte sich das Minus in diesem Jahr sogar auf 242 Millionen Dollar ausweiten, rechnet „Seeking Alpha“ vor.

Neues Kapital durch Private Placement von Mitarbeiteraktien

Entsprechend hoch erscheint der Bedarf an frischem Kapital. Da überrascht es nicht, dass Facebook unterdessen nach neuen Finanzierungswegen sucht. Auch wenn die Kapitalmärkte noch nicht auf dem öffentlichen Wege angezapft werden können, wurde Facebook über den Exitkanal  der Unternehmensbeteiligung fündig.

Oder zumindest die Facebook-Mitarbeiter, die einen Weg gefunden haben sollen, zumindest 20 Prozent ihrer Beteiligung zu monetarisieren. Wie „Venture Beat“ berichtet, erlöst Facebook 150 Millionen Dollar durch die Platzierung von bis zu 15 Millionen Mitarbeiteraktien an private Investoren wie u.a. Accel, Greylock, Founders Fund und einige „neue asiatische Investoren“.

Für Mitarbeiter der frühen Stunde, die zwischen drei und fünf Jahre beim Start-up zugebracht haben, steht damit ein großer Zahltag an: Die Firmenanteile, die sie zum Teil für weniger als einen Dollar erworben haben, würden nun für eine Bewertung von 10 Dollar an Privatinvestoren gehen, berichtet Venture Beat“.

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Der Preis ist heiß: Wie hoch ist Facebooks Bewertung?

Welcher exakten Bewertung das entspricht, ließ Facebook offen. Klar ist allerdings: Sie dürfte im Zuge des Börsencrashs des letzten Halbjahres weit unter dem Einstiegsniveau vom Herbst 2007 liegen, als Microsoft für einen Bruchteil von 1,6 Prozent stolze 240 Millionen Dollar überwies.

Dass Facebook selbst schon längst nicht mehr an dieser Bewertung festhält, wurde  erst vor drei Wochen deutlich, als Details zu Gesprächen mit möglichen neuen Investoren durchsickerten – nämlich mit der Champions League der Private Equity Szene: Providence Equity Partners, General Atlantic, Bain Capital, and Kohlberg Kravis Roberts.

Ergreift Microsoft die Gunst der Stunde?

Während sich Facebook selbst mit einer Bewertung von sechs Milliarden Dollar einstufte, waren die Beteiligungsgesellschaften offenbar nicht bereit, auf Basis einer Bewertung von mehr als zwei bis drei Milliarden Dollar frisches Kapital nachzuschießen, berichtete die „New York Times“. Entsprechend schnell scheiterten die Verhandlungen.

Lachender Dritter könnte am Ende wieder der Software-Riese Microsoft sein, der auf einem Cash-Bestand von 25 Milliarden Dollar sitzt und dem demnächst durch eine neue Anleihe weitere 4 Milliarden Dollar zufließen werden. Geld ist in Redmond also weiter kein Thema – wohl aber endlich eine schlagkräftige Internetstrategie. Entsprechend gut stünde Facebook dem alternden Software-Giganten zu Gesicht.

So ist die kommende Übernahme für „Seeking Alpha“ längst beschlossene Sache. „Alles Gute für Facebook, aber die jüngsten Unternehmenzahlen werden einen Börsengang in 2010 sehr schwer machen. Stattdessen müssen sie wohl an Microsoft verkaufen.“

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