Google Squared: Inhalt statt Linklisten

Google verbessert die Präsentation der Suchergebnisse. Auf seiner Searchology-Pressekonferenz in San Francisco hat der Internet-Gigant die neue Funktion "Search Options“ vorgestellt. Damit können Suchergebnisse gezielt ausgefiltert und dargestellt werden. Der spannendste Fortschritt soll im Juni kommen: Mit "Google Squared" präsentiert die Suchmaschine externe Inhalte direkt auf der Ergebnisseite – ein Komfort für den Nutzer, der Googles Macht festigt und Webseitenbetreiber in Bedrängnis bringen kann.

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Denn „Google Squared“, ein Projekt von Google Labs, zeigt nicht mehr nur Links auf die vielversprechendsten Webseiten, zu denen der Suchende surfen muss, um die erhofften Informationen selbst zu finden. Die neue Google-Ergebnisseite stellt diese Inhalte selbst in Form einer großen Tabelle zur Verfügung. Die Inhalte werden aus den externen Webseiten und eigenen Datenbanken aggregiert. Bilder, Videos, relevante Informationen erscheinen so bereits bei Google in strukturierter Form.

Wenn die Nutzer künftig eine detailliertere Zusammenstellung der Suchergebnisse inklusive der gewünschten Inhalte bei Google finden, dürfte das großen Einfluss auf das Surfverhalten haben. Ein Besuch der Webseiten, auf die die Liste verweist, dürfte sich in vielen Fällen erübrigen.

Der technische Fortschritt, der für die Google-Kundschaft ein Plus an Bequemlichkeit bedeutet, könnte sich zu einer ernsthaften Bedrohung für Webseitenbetreiber entwickeln: Ohne Klicks verlieren sie eine wichtige Einnahmequelle.

Schon vor dem Launch von Google Squared erhalten die Nutzer mehrere neue Werkzeuge, um die Ergebnislisten zu filtern und aufzubereiten. So ist es über den neuen Punkt „Search Options“ möglich, die Treffer etwa ausschließlich auf das verfügbare Video-Material, Beiträge aus Foren oder etwa Rezensionen zeitlich einzugrenzen. Via „Timeline“ lassen sich die Ergebnisse chronologisch in einer interaktiven Grafik darstellen. „Wonder Wheel“ ist optisch an einem Speichenrad orientiert und präsentiert inhaltlich verwandte Themen.

Marissa Mayer, Vice President von Google Inc. und zuständig für Search Product and User Experience, erklärte in San Francisco: „‘Search Options‘ ist eine Sammlung von Tools, mit denen man die Suchergebnisse zerschneiden und neu zusammenfügen [’slice and dice‘] und verschiedene Ansichten generieren kann, um die benötigte Information schneller und einfacher zu finden.“

Die Weiterentwicklung der Google-Ergebnispräsentation kommt zu einer Zeit, in der viel von einem Durchbruch bei der Web-Suche die Rede ist.
Zuletzt hatte der Mathematiker Stephen Wolfram mit der Ankündigung von Wolfram Alpha für Schlagzeilen gesorgt. Diese „Wissensmaschine“ soll echte Antworten auf Anfragen geben, keine Linklisten produzieren. Auch in die Entwicklung der semantischen Suchmaschine werden große Hoffnungen gesetzt. Ein „Google-Killer“ ist entgegen mancher Ankündigung bislang dabei nicht herausgekommen.

Das könnte allein aus Gründen des immensen rechentechnischen Aufwands und den damit verbundenen gigantischen Kosten bis auf weiteres so bleiben. In Bezug auf das neue Google-Produkt sagte Marissa Mayer: „Man benötigt ein unglaubliches Maß an Rechenleistung, um diese Squares zu erzeugen“.

Der Erfinder des Web 2.0, Tim O’Reilly, meinte bereits an anderer Stelle: „Was ist mit all den Suchmaschinen, die das nächste Google werden wollten? Nichts. Google ist das nächste Google.“

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