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„Morgenpost“ und TV.Berlin kooperieren

Eine regionale Allianz, wie es sie hierzulande noch nicht gab. In der Hauptstadt kooperiert die "Berliner Morgenpost" mit TV.Berlin. Das Springer-Portal kann auf die gesamten Bewegtbild-Inhalte des TV-Senders zugreifen. "Darüber hinaus arbeiten wir im News-Bereich künftig auch redaktionell enger zusammen", sagt TV.Berlin-Chef Mathias Adler. Im MEEDIA-Interview erklären der Fernseh-Manager und "Morgenpost"-Chefredakteur Carsten Erdmann, wie die ungewöhnliche Zusammenarbeit funktioniert.

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Am heutigen Donnerstag zieht TV.Berlin in die Axel-Springer-Passage ein, am kommenden Montag startet die Kooperation zwischen dem Fernsehsender und der „Berliner Morgenpost“. Wie sieht die Kooperation aus?
Adler: Von der Kooperation profitieren beide Partner als weiterhin voll eigenständige Einheiten gleichermaßen: Zum einen werden in der Vermarktung Synergien geschaffen und genutzt, darüber hinaus arbeiten wir im News-Bereich künftig auch redaktionell enger zusammen.
Erdmann: Die „Berliner Morgenpost“ startet eine große Bewegtbild-Offensive. Durch die Kooperation mit TV.Berlin liefern wir künftig Nachrichten für Print, Online und TV.
 
Ist Bewegtbild für eine Regionalzeitung so wichtig?
Erdmann: Absolut. Vor allem bei Großereignissen verzeichnen wir eine enorme Nachfrage nach Videos auf Morgenpost.de. Durch die Kooperation mit TV.Berlin können wir in Zukunft sehr schnell auf umfassende Bewegtbildinhalte zurückgreifen und diese auch online anbieten.
 
Wie sieht das praktisch aus?

Adler: Wir stellen einander beispielsweise künftig Bewegtbildinhalte zur Verfügung. Schließlich erstellen nicht nur wir, sondern auch die Kollegen der „Berliner Morgenpost“ bereits heute eigene Videobeiträge. Auf deren Material greifen auch wir in Zukunft zurück.
 
Der Nutzen für die „Berliner Morgenpost“ ist eindeutig. Die Online-Plattform erhält Zugang zu sehr vielen Bewegtbild-Inhalten. Wo liegt Ihr Vorteil bei der Kooperation, Herr Adler?
Adler: Wir profitieren von der wechselseitigen Vermarktung. So werden Anzeigenformate und -angebote geschaffen, die Print, Online und TV verbinden. Als emotionales Medium spielt TV dabei eine besonders wichtige Rolle. Darüber hinaus nutzen wir natürlich den künftigen Informationsvorsprung. Die Redakteure der „Berliner Morgenpost“ sind in Berlin bestens vernetzt und aufgestellt. Davon profitiert TV.Berlin.
 
Können Sie dafür ein Beispiel nennen?
Adler: Wir starten einen Fußball-Talk, der vom Sport-Chef der „Berliner Morgenpost“, Stefan Frommann, moderiert wird. Und wenn jetzt Hertha kurz vor der Deutschen Meisterschaft steht…
Erdmann: …ist Stürmerstar Marko Pantelic beispielsweise Gast der Sendung und wir berichten in Print und Online groß über den Sport-Talk.
 
Will sich die „Berliner Morgenpost“ zu einem regionalen Online-TV-Sender wandeln?
Erdmann:
In Berlin ist gerade im Bereich des regionalen Fernsehens meines Erachtens noch viel Platz für Innovation und eine noch schnellere, flexible Berichterstattung.
 
Können sie das erklären?
Erdmann: Als im letzten Sommer die Berliner Philharmonie brannte, haben TV-Sender erst vier Stunden später Bilder gezeigt. Hier werden wir gemeinsam mit TV.Berlin in Zukunft schneller sein.
 
Bei der „Berliner Morgenpost“ sind bereits fast alle Reporter mit kleinen Video-Kameras ausgestattet. Bedeutet die Kooperation nicht auch, dass das Konzept des Print-Journalisten, der zusätzlich noch Online und Video macht, gescheitert ist?
Erdmann: Nein. In vielen, vor allem aktuellen Bereichen, etwa bei unseren Polizei-Reportern, funktioniert das Prinzip des Video-Journalisten ganz hervorragend. Aber natürlich gibt es Gebiete und Gelegenheiten, bei denen der Einsatz eines klassisch geschulten EB-Teams sinnvoll ist.
Adler: Für uns wiederum sind die kleinen Flip-Filme der schreibenden Kollegen ein echter Mehrwert. Bei der Berlinale zum Beispiel war die Gesellschaftsreporterin der „Berliner Morgenpost“ mit einer kleinen Kamera ausgestattet. Sie war auf Partys und Events unterwegs, für die wir nie eine Drehgenehmigung bekommen hätten. Auf dieses Video-Material können wir künftig ebenfalls zugreifen und es redaktionell verwenden. Gerade solche Effekte machen unsere Partnerschaft zu einer echten Win-Win-Situation.
Neben der Zusammenarbeit mit der „Berliner Morgenpost“ strebt TV.Berlin weitere Kooperationen mit anderen Medienhäusern an, um den journalistischen Austausch kontinuierlich zu fördern.

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