Medienaktien: Schlechte Zeiten, gute Zahlen

Showdown an den Aktienmärkten: Am heutigen Donnerstag haben die großen Medienkonzerne der Republik geballt ihre Unternehmensbilanzen für das abgelaufene erste Quartal vorgelegt. Und die Ergebnisse überraschen: Axel Springer und ProSiebenSat.1 legten besser als erwartete Zahlen vor. Premiere enttäuschte nicht ganz so schwer wie erwartet, und Xing setzte das Wachstum fort. Aktionäre belohnen die Zahlenwerke: An einem schwachen Handelstag legen die Aktien zu.

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Medien-Donnerstag an der Börse: In bisher nicht gekannter Ballung legten heute die drei größten börsengelisteten Medienkonzerne der Republik ihre Unternehmensbilanz für das abgelaufene erste Quartal vor, in dem an der Börse und bei den konjunkturellen Frühindikatoren bekanntlich alle Dämme brachen.   

Davon jedoch war in der Bilanz des größten europäischen Verlagshauses nichts zu sehen. Nachdem Bertelsmann am Dienstag noch mit einem Quartalsverlust enttäuscht hatte, gelang Axel Springer in diesem schwierigen Marktumfeld ein kleines Kunststück: Tatsächlich konnte der SDax-Konzern zwischen Januar und März nochmals das Konzernergebnis steigern – wenn auch nur noch marginal, nämlich um zwei Prozent auf 80,3 Millionen Euro.

Starke Zahlen: Springer-Rallye geht weiter

Entsprechend gelassen konnte Konzernchef Mathias Döpfner die Bilanz kommentieren. „Inmitten der Weltwirtschaftskrise hat sich das Geschäft von Axel Springer erfreulich stabil entwickelt“, erklärte der 46-Jährige. „Von der Krise haben wir kaum etwas gespürt.“

Das sahen auch die Aktienmärkte so und schickten die Axel-Springer-Aktie, die in Antizipation guter Ergebnisse bereits seit Anfang Mai um mehr als 25 Prozent zugelegt hatte, um weitere  drei Prozent nach oben.

ProSiebenSat.1-Aktie legt um 10 Prozent zu

Von Krisenresistenz kann bei der umworbenen Fernsehsendergruppe ProSiebenSat.1 keine Rede sein. Gerade mal einen Tag ist es her, dass Zukäufe des Hedgefonds-Konsortiums um Apollo, Avenue und Octavian einen Machtkampf um den kriselnden MDax-Konzern entfacht haben. Auf inzwischen 3,5 Milliarden Euro sind die Verbindlichkeiten inzwischen angestiegen.

Doch es bleibt das Prinzip Hoffnung: Mit 1,7 Millionen Euro verlor ProSiebenSat.1 deutlich weniger als im Vorjahr. Der operative Gewinn kletterte sogar überraschend hoch auf 90,4 Millionen Euro. Die ProSiebenSat.1-Aktie schoss daraufhin um 10 Prozent nach oben.

Auch Premiere und Xing mit moderatem Kursplus

Von Gewinnen – operativ oder gar realen – kann MDax-Nachbar Premiere aktuell und auch in den nächsten Jahren nur träumen. 80 Millionen Euro verbrannte der Pay-TV-Sender unterm Strich in den ersten 90 Tagen des Jahres. Vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen verlor Premiere immer noch knapp 30 Millionen. Die Märkte hatten jedoch offenbar Schlimmeres erwartet und schickten die Premiere – Aktie um 5 Prozent nach oben.

Auch die Xing-Aktie, die nach dem Abgang von Gründer Lars Hinrichs um den Ausgabekurs von 30 Euro gependelt hatte, legte kurz nach Bekanntgabe der Quartalszahlen kurzfristig um 4 Prozent zu. Das  deutsche Online-Business-Netzwerk konnte im ersten Quartal des laufenden Jahr einen Erlösanstieg von 43,3 Prozent und einen Gewinnwachstum von 4 Prozent vorgelegen.

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