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Zeitschriften-Misere immer schlimmer

Die Marktforscher von Nielsen Media Research können den gebeutelten Verlagen keine Hoffnung machen, dass die katastrophale Anzeigen-Lage besser wird. Im Gegenteil. Im April hat sich der Werbe-Einbruch bei klassischen Medien weiter verschärft. Wurde für das 1. Quartal noch ein Rückgang der Brutto-Werbeausgaben von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gemessen, so ist das Minus inklusive April schon auf 3,2 Prozent gestiegen. Besonders betroffen: Publikumszeitschriften.

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Allein im April verloren die Publikumszeitschriften 15,6 Prozent an Brutto-Werbeumsätzen im Vergleich zum auch nicht berauschenden Vorjahr. Besserung ist nicht in Sicht. Von Januar bis März lag das Brutto-Minus bei den Publikumszeitschriften noch bei 14,4 Prozent. Der gesamte Werbemarkt verlor im April laut Nielsen 5,2 Prozent, der bisher stärkste Rückgang in diesem Jahr. Wer hoffte, dass die Zahlen nach dem schon sehr schlechten ersten Quartal wieder ein bisschen besser würden, wird enttäuscht.

Mitte April dachte Nielsen-Chef Ludger Wibbelt noch, dass sich der Niedergang bei Werbung im April abmildern würde: „Das höhere Minus im März wurde auch durch das Osterfest geprägt, das im Vorjahr in den März fiel. Deshalb dürften im kommenden Monat einige abverkaufsorientierte Medien und Branchen überdurchschnittlich profitieren.“ Das stimmte nur zum Teil: Bei den Tageszeitungen verzeichnen die Marktbeobachter ein Brutto-Werbeplus von 2,4 Prozent im April. Bei Radio wuchsen die Werbe-Erlöse gar um 5 Prozent. Grund sind in der Tat die Discounter, die ihren anhaltenden Preis-Wettkampf vor allem über Zeitungsanzeigen austragen. Auch andere Lebensmittel-Händler, wie Edeka, werben unter dem Eindruck des Discounter-Preiskampf verstärkt in Zeitung und Radio. So gaben die beiden Platzhirsche unter den Discountern, Aldi und Lidl, im April 15 (Aldi), bzw. sogar 34 Prozent (Lidl) mehr für Werbung aus als im Vorjahreszeitraum. Aber im 1. Quartal betrug das Plus bei Zeitungen sogar 6,4 Prozent. Das heißt: Der Zuwachs durch die Discounter-Effekte schwächt sich auch ab. Aldi, Lidl und Co. halten zwar einen hohen Werbe-Druck. Der wird aber auch nicht ins Unendliche wachsen.

Die Rückgänge bei den nicht-abverkaufsorientierten Medien wie Magazine und Fernsehen sind im April derart angewachsen, dass sich das Minus im Gesamt-Werbemarkt sogar erhöht hat. Vor diesem Hintergrund verschärfen Publikumsverlage wie Burda und Gruner + Jahr derzeit ihre Spar-Bemühungen. Ein Ende der Misere ist vorerst nicht in Sicht.

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