Times Reader 2.0: Vergesst E-Paper!

Die „New York Times“ mag große finanzielle Probleme haben. In Sachen Innovationskraft läuft die Journalismus-Ikone von der Ostküste der USA in der Krise zur Höchstform auf. Egal ob auf der Website, mit ihrem geniale iPhone-Programm oder lokalen Blogs. Jetzt gibt es mit dem Times Reader 2.0 ein elegantes Adobe Air-Programm, mit dem man die „New York Times“ auf dem Computer lesen kann, wie noch keine Zeitung vorher. Bedienfreundlichkeit und Eleganz dieses Reader sind revolutionär. Und: Es ist Paid Content. Jedenfalls teilweise.

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Die „New York Times“ mag große finanzielle Probleme haben. In Sachen Innovationskraft läuft die Journalismus-Ikone von der Ostküste der USA in der Krise zur Höchstform auf. Egal ob auf der Website, mit ihrem geniale iPhone-Programm oder lokalen Blogs. Jetzt gibt es mit dem Times Reader 2.0 ein elegantes Adobe Air-Programm, mit dem man die „New York Times“ auf dem Computer lesen kann, wie noch keine Zeitung vorher. Bedienfreundlichkeit und Eleganz dieses Reader sind revolutionär. Und: Es ist Paid Content. Jedenfalls teilweise.

Nutzer von Mac- Windows oder Linux-Betriebssystemen können sich den Times Reader 2.0 gratis runterladen und installieren. Die Artikel der Titelseite, der Wirtschaftsteil, das Kreuzworträtsel, Videos und die meist gemailten Artikel sind ebenfalls frei verfügbar. Die weiteren Ressorts wie „Arts, „Dining“, „National“, „International“ und „New York“ bekommt man aber nur als zahlender Abonnent. Die „New York Times“ will 3,45 Dollar für das Abo – pro Woche! Bevor Sie sich nun an den Kopf greifen und das Angebot als überteuerten Quatsch abtun – es gibt die exakt gleichen Inhalte ja über die Website der „New York Times“ gratis online – sollten Sie den Times Reader 2.0 mal anschauen. Auch die Leute von „Wired“ sind begeistert.

Mir ist jedenfalls kein Programm bekannt, das Zeitungs-Inhalte so nutzerfreundlich, gut lesbar und optisch ansprechend auf den Bildschirm zaubert. Die E-Paper-Versionen deutscher Zeitungen wirken dagegen wie von vorgestern. Klickt man auf ein Bild, wird es herangezoomt. Artikel zoomen bei Klick auf und wieder zu. man kann sich Seite für Seite vortasten, es gibt eine Suchfunktion und und und. Alles komplett intuitiv und ohne Ladezeiten. Denn der Times Reader lädt die komplette aktuelle Ausgabe der „New York Times“ lokal auf den Computer. Der Ladevorgang geschieht im Hintergrund, so dass man bereits lesen kann, während geladen wird.

Ein weiterer Vorteil dieser Methode: Einmal geladen kann man den Laptop mitnehmen und auch ohne Online-Zugang unterwegs weiterlesen. Eine tolle Idee, die bereits beim ebenfalls sehr gelungenen iPhone-Programm der „New York Times“ zündet. Der Reader-Abonnent hat zudem ein Sieben-Tages-Archiv der Zeitung zur Verfügung und wenn man online ist stehen auch die neusten Online-Nachrichten zur Verfügung.

Alles in Allem eine gelungene Ergänzung zur gedruckten Zeitung und zum Web-Angebot. Der Times Reader bietet in der Tat einen so hohen Service und optischen Reiz, dass es sogar funktionieren könnte, dafür Geld zu verlangen. Ob 3,45 Dollar pro Woche nun zuviel sind oder nicht, darüber ließe sich streiten. Das Pricing hängt sicher auch davon ab, wie es dem Verlag gelingt, über den Reader Werbung zu verkaufen. Vorstellbar wäre, dass ein Reader-Abo mit Werbung dann deutlich günstiger ist als ein Reader-Abo ohne Werbung. Statt zu jammern oder über doofe Blogger zu schimpfen, lässt die „New York Times“ sich jedenfalls etwas einfallen. Hut ab!

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