ProSiebenSat1: Wenn Heuschrecken zocken

Die Gerüchte haben nicht getrogen: Ein Hedgefonds-Konsortium, bestehend aus Apollo, Avenue Capital und Octavian, hat sich für die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG in Position gebracht. Wie die "Financial Times Deutschland (FTD)" unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, haben die drei Beteiligungsfirmen bedeutende Positionen von Krediten der ProSiebenSat.1-Holding Lavena aufgekauft und sich die Unterstützung weiterer Lavena-Gläubiger gesichert hätten. Dem MDax-Konzern droht nun ein langer Übernahmekampf.

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Die Gerüchte haben nicht getrogen: Ein Hedgefonds-Konsortium, bestehend aus Apollo, Avenue Capital und Octavian, hat sich für die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG in Position gebracht. Wie die „Financial Times  Deutschland (FTD)“ unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, haben die drei Beteiligungsfirmen bedeutende Positionen von Krediten der ProSiebenSat.1-Holding Lavena aufgekauft und sich die Unterstützung weiterer Lavena-Gläubiger gesichert hätten. Dem MDax-Konzern droht nun ein langer Übernahmekampf.

Es ist ein Lehrstück der Spekulation: Was zu Wochenbeginn noch als Gerücht am Markt gespielt wurde, ist inzwischen längst Realität geworden – ein Hedgefonds-Konsortium, bestehend aus Apollo, Avenue Capital und Octavian, hat sich für die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch massive Zukäufe in den letzten Monaten in Position gebracht.

Doch die sind nicht direkt über die ProSiebenSat.1-Aktie erfolgt. Vielmehr haben die Hedgefonds den indirekten Weg über die Kreditmärkte gewählt: Unter Berufung auf Marktkenner berichtet die „FTD“, Apollo, Avenue und Octavian hätten Darlehen der Lavena-Holding aufgekauft, in der die Großaktionäre KKR und Permira ihre 88-prozentige Beteiligung an ProSiebenSat.1 durch besicherte Kredite gebündelt hat.

Kredite-Käufe von Apollo, Avenue und Octavian bringt Verschiebung der Machterverhältnisse

Dreiviertel dieser Senior-Kredite befinden sich nach „FTD“-Angaben jedoch offenbar nun bereits in den Hand von Apollo, Avenue und Octavian, die augenscheinlich über viele Monate zugekauft und „zumindest zu Beginn noch Preise von 70 bis 80 Cent je Euro Nennwert gezahlt“ haben, wie die Hamburger Wirtschaftszeitung berichtet.

Heute jedoch notieren die Lavena-Kredite nach „FTD“-Informationen bei 20 bis 25 Prozent ihres Nennwerts gehandelt – und damit „deutlich höher als vor einigen Wochen.“

Binnen weniger Wochen haben sich damit die durch die massive Verschuldung der ProSiebenSat.1 AG ohnehin schon wackligen Machterverhältnisse verschoben. Gegen den Willen der Hedgefonds Apollo, Avenue und Octavian können die Großaktionäre KKR und Permira, die Gerüchten zufolge eigentlich selbst frische Mittel in die Lavena Holding einbringen wollten, nun kaum mehr handeln – ein langwieriger und undurchsichtiger Machtkampf hat begonnen.

KKR und Permira in der Defensive: Draufzahlen, um die Kontrolle zu behalten
 
Damit ist klar, dass ProSiebenSat.1 mehr denn je zum Spielball der Kapitalmärkte geworden ist. Wenn schon undurchsichtig war, welche eigentliche Strategie KKR und Permira verfolgen, erscheint es aktuell völlig nebulös, was Apollo, Avenue und Octavian vorhaben. „Der Dialog hat noch nicht begonnen“, zitiert die „FTD“ aus den Kreisen der Beteiligten.

Entsprechend läuft alles auf ein Duell der rivalisierenden Hedgefonds-Konsortien heraus: Apollo, Avenue und Octavian sitzen auf Trading-Gewinnen und könnten durchaus bereit sein, die besichterten Kredite zu höheren Kursen wieder zu veräußern. KKR und Permira wiederum werden nun mehr Eigenkapital in die Lavena-Holding nachschießen müssen, als sie noch vor Wochen gehofft haben dürften,  wenn sie Einfluss behalten wollen.  

Klar ist: Am Ende des Tages geht es um Renditen. Das, und nur das, ist die einzige Währung, die für Hedgefonds wirklich zählt.

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