Montgomery: Gehalt rauf, Redakteure raus

Spätestens nach dem hektischen Verkauf des Berliner Verlages an DuMont waren sich die meisten Analysten und Marktbeobachter sicher: Um die Finanzen der Mecom-Gruppe muss es schlecht bestellt sein. Eine Tatsache, die sich zumindest im Portmonee von CEO David Montgomery nicht widerspiegelt. Denn der Zeitungs-Zampano steigerte sein Gehalt im Jahr 2008 um 18 Prozent auf fast 600.000 Pfund (667.000 Euro). Zeitgleich baute Monty europaweit rund 830 Arbeitsplätze ab.

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Nach Informationen des Guardian will Mecom in diesem Jahr noch weitere 500 Jobs streichen. Der britische Zeitungs-Konzern fährt aktuell einen brutalen Sparkurs, um seine hohen Bankschulden begleichen zu können. So wurde bereits zusätzlich neben den harten Einsparungen noch eine Kapitalerhöhung um 140 Millionen Pfund aufgelegt.
Die Schulden häufte Montgomery durch seinen extrem aggressiven europaweiten Expansionskurs auf. In Deutschland kaufte der Brite den Berliner Verlag (u. a. „Berliner Zeitung“, „Hamburger Morgenpost“ oder Netzeitung.de). Das deutsche Medienhaus, wie auch seine norwegischen Beteiligungen, machte der CEO bereits vor Monaten zu Geld.

Trotz Mecoms hoher Schuldenlast, den unzähligen Fehlinvestitionen und mehrerer knallharter Sparrunden, befanden sich in Montgomerys Lohntüte für das Jahr 2008 exakt 578,000 Pfund (642,730 Euro). Dazu kommt noch ein unbekannter Pensions-Zuschuss. 2007 lag das Gehalt des CEOs noch bei 490.000 Pfund (544.875 Euro).

Insgesamt kassierte das Mecom-Management für das vergangene Jahr rund zwei Millionen Pfund (2.224.704 Euro). 2007 lag das Gesamt-Gehalt noch bei rund 1,6 Millionen (1.779.763 Euro).

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