G+J startet „Brigitte Woman“ im Web

Powerpoint-Präsentation in der Pommesbude: Am Montag hatte Gruner + Jahr-Verlagsgeschäftsführer Volker Breid zum Hintergrund-Talk ins „Curry Queen“ geladen, eine In-Location in Hamburg-Eppendorf. „Es geht um die Wurst“ war das Motto im Krisenjahr. Der Chef der Gruppe Frauen, Familie, People sowie „Brigitte“-Verlagsleiter Axel Wüstmann offenbarten Daten und gaben Einblicke in die Verlagsstrategie. Quintessenz: Zur Stabilisierung des Gesamtergebnisses muss 2009 an vielen Schrauben gedreht werden.

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Powerpoint-Präsentation in der Pommesbude: Am Montag hatte Gruner + Jahr-Verlagsgeschäftsführer Volker Breid zum Hintergrund-Talk ins „Curry Queen“ geladen, eine In-Location in Hamburg-Eppendorf. „Es geht um die Wurst“ war das Motto im Krisenjahr. Der Chef der Gruppe Frauen, Familie, People sowie Axel Wüstmann offenbarten Daten und gaben Einblicke in die Verlagsstrategie. Quintessenz: Zur Stabilisierung des Gesamtergebnisses muss 2009 an vielen Schrauben gedreht werden.

Und da scheinen Management und Redaktion konsequent alle Optionen zu prüfen und crossmediale Konzepte zu entwickeln. Ganz so deluxe wie das Menü (Bison-Currywurst und Wasabi-Kartoffelsalat) waren die Performance-Werte zwar nicht in allen Fällen, doch insgesamt präsentierte Breid ein im Kern gesundes und wachstumsfähiges Unternehmenssegment. Das schwächelnde Anzeigengeschäft versucht man am Baumwall durch eine Vielzahl von Maßnahmen zumindest weitgehend zu kompensieren. Copypreis-Erhöhungen spielen da ebenso eine Rolle wie Line Extensions sowie die Optimierung der Kostenstrukturen.

Eine ernüchternde Erkenntnis, die Gruner + Jahr mit der gesamten Branche teilt: Das Online-Geschäft wächst zwar, wird aber auch auf lange Sicht nicht die erhoffte entscheidende Säule bei den Erlösen werden. Bis 2015 soll der Anteil des Online-Business auf 20 Prozent steigen, derzeit sind es in der Frauen, Familie, People-Gruppe nicht einmal 6 Prozent. Interessant: Gruner + Jahr denkt weiterhin über Paid Content-Modelle nach und hat mit den Xx-Well-Angeboten (z.B. Brigitte Diät Coach) bereits einige erfolgreiche Produkte am Markt platziert. Auch E-Commerce ist ein Thema (wie beim Factory Outlet-Store buy-v!p).

Erstmals präsentierte Axel Wüstmann, der im vergangenen Oktober die Nachfolge von Julia Jäkel antrat, den Medienjournalisten sein Zukunftskonzept. Der 35-Jährige verwies auf die beeindruckende Gesamtreichweite von 3,8 Millionen Netto-Kontakten, auf die die Medienmarke Brigitte kommt. Auch wenn die Frauenzeitschrift im 55. Jahr ihres Erscheinens recht betagt ist und ein Leserinnen-Durchschnittsalter von 47,9 Jahren (Quelle MA I/09) hat, so gelang und gelingt es immer wieder, das „Markenterritorium“ zu erweitern. „BYM“, „Brigitte Balance“ oder die Erfolgsgeschichte „Brigitte Woman“ frischen die Marke auf und halten sie lebendig. Dabei setzt sich die Erkenntnis durch, dass Titeln, die ein Lebensgefühl treffen, die Zukunft gehört.

Damit dies weiterhin gilt, herrscht – und dabei ist die Brigitte-Gruppe im Medienhaus Vorreiter – das „Open Space“-Prinzip. Print- und Online-Aktivitäten werden unter einem Dach gebündelt, die Chefredakteure Andreas Lebert und Brigitte Huber verantworten die Produktpalette gleichrangig. Ehrgeizigstes Projekt ist hier der für August geplante Launch der Online-Plattform Brigitte.woman.de. Gescheitert ist das Experiment Bym-WG („Die erste WG im Internet“), das der Verlag in der vergangenen Woche gestoppt hat.

Auch im Anzeigenbereich gibt es Neuerungen. So setzt Wüstmann neben der gemeinsamen Vermarktung von Print und Online sowie Line Extensions auch auf innovative Angebote für spezielle Kundenbedürfnisse. Dazu zählen On Pack-Maßnahmen ebenso wie der Versuch, mit dem „Special Interest“-Format das Themenspektrum der „Brigitte“ zu erweitern. So präsentierte Wüstmann einen Dummy für das 24 plus 4-Extraheft zum Thema Fotografie unter dem Logo eines Kamera-Herstellers. Die Redaktion, so Wüstmann, sei bei der Erstellung der Inhalte zum Heftthema völlig frei, Einflüsse von Kundenseite auf die Gestaltung werde es nicht geben. Gespräche mit internationalen Playern laufen, die Preise für „Special Interest“ werden laut Wüstmann im sechsstelligen Bereich liegen, abhängig davon, wie hoch die vom Kunden gewünschte Druckauflage ist. Im Krisenjahr 2009 ist ein solches Angebot in der Tat sehr speziell – bleibt abzuwarten, ob finanzkräftige Konzerne es buchen.

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