‚Auto Bild Motorsport‘ über Nacht Marktführer

Seit Schumi seinen F1-Boliden in die Garage stellte und sich zur Ruhe gesetzt hat, sinkt die Auflage von "Auto Bild Motorsport". Auch wenn die neue Formel 1-Saison mit vier deutschen Piloten für eine deutliche Steigerung sorgte, vollzieht Springer jetzt einen radikalen Konzeptwechsel. "Auto Bild Motorsport" wird ab Freitag ein eigenständiger Teil der "Auto Bild". Wie das neue Heft-in-Heft-Konzept funktionieren soll, erklärt Hans H. Hamer, Managing Director des Axel Springer Auto Verlag, im MEEDIA-Interview.

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Im Vorgespräch hieß es: „Auto Bild Motorsport“ wird jetzt mit einem Schlag zum europäischen Marktführer im Segment der Motorport-Magazine. Wie soll ihnen das gelingen?
Wir werden ab den 15. Mai „Auto Bild Motorsport“ als Heft im Heft der Einzelverkaufs-Inlandsauflage der „Auto Bild“ beiheften. Damit steigern wir auf einen Schlag die verkaufte Auflage von derzeit 52.624 auf 376.288 Exemplare (QI/09 IVW). Zusätzlich werden wir den Abonnenten von „Auto Bild“ und „Auto Bild Motorsport“ ein Upgrade auf „Auto Bild“ inklusive „Auto Bild Motorsport“ anbieten. Dadurch werden wir die verkaufte Auflage in den nächsten Monaten noch weiter ausbauen.
 
 
Durch die Beiheftung der 14-täglichen Motorsportzeitschrift (bislang ca. 68 Seiten) zum wöchentlichen Auto-Magazin wird sich zwangsläufig auch die Erscheinungsweise ändern.
Ja und das mit gutem Grund, denn durch die wöchentliche Erscheinungsweise sind wir jetzt noch aktueller und berichten künftig auf durchschnittlich 20 bis 24 Seiten über Neuigkeiten aus dem Motorsport.
 
Das klingt nach Kostenreduzierung und Restrukturierung. Wie viele Kollegen werden ihren Job verlieren?
Nicht einer. Berücksichtigt man die veränderte Erscheinungsweise reduzieren wir de Facto auch kaum Seiten. Darüber hinaus optimieren wir zeitgleich die gesamte Redaktionsstruktur, hin zu einem crossmedialen Newsroom-Konzept.
 
Die Print-Redakteure sollen also nun auch für Online schreiben?
Genau, die redaktionellen Kompetenzen werden noch enger verzahnt. Das erlaubt es uns, das Motorsport-Ressort von Autobild.de auszubauen. Wir werden den News-Anteil stark erhöhen. Das Interesse am Motorsport nimmt wieder kräftig zu, seit wir mit mittlerweile fünf deutschen Fahrern in der Formel 1 aktiv sind.
 
Hat es ein Schumi-Loch gegeben? Nahm das Leserinteresse nach der Pensionierung von Michael Schumacher denn stark ab?
Für einen Moment ja. Aber jetzt haben wir so viele großartige Talente, dass mir um den deutschen Motorsport gar nicht mehr Bange ist. Eine Entwicklung, an der wir auch einen gewissen Anteil haben.
 
Wie das?
Wir gehörten beispielsweise zu den frühen Sponsoren von Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Timo Glock und Adrian Sutil. Noch heute unterstützen wir junge Motorsportler zusammen mit der Deutschen Post in der Speed-Academy. Darüber sind wir auch noch in der DTM aktiv. Uns war es schon immer wichtig, dass wir tief in der Szene verwurzelt sind. Ein angenehmer Nebeneffekt: Wegen der großen Nähe zu den Talenten, gelingt es uns viel leichter sie zu überreden, auch mal ein Tagebuch oder eine Kolumne für „Auto Bild Motorsport“ zu schreiben. Diese Nähe und das tiefe Expertenwissen der Redaktion wollen wir in unserer ganzen Verlagseinheit noch viel besser nutzen, in dem wir die Motorsport-Redaktion zusätzlich stärker mit „Sport Bild“ verzahnen.
 
Die „Auto Bild Motorsport“-Redakteure sollen also die Motorsportseiten der „Sport Bild“ mit befüllen?
Diese Verzahnung ist natürlich logisch und sinnvoll. Aber das gilt auch umgekehrt.  Darüber hinaus achten wir zukünftig verstärkt darauf, dass Termindopplungen vermieden und Synergien genutzt werden.
 
Ist es dann nicht auch konsequent die Chefredaktionen zusammenzulegen?
Nein, da es sich hier um sehr unterschiedliche Zielgruppen handelt, die jeweils individuell angesprochen werden müssen. Insofern sind Olaf Schilling für „Auto Bild Motorsport“ und Bernd Wieland für „Auto Bild“ die jeweilige Idealbesetzung.

„Auto Bild Motorsport“ hat in den vergangenen fünf Jahren zweistellig bei seiner Gesamtauflage verloren. Ziehen Sie mit dem neuen Heft-im-Heft-Konzept die Notbremse und versuchen zu retten, was noch zu retten ist?
„Auto Bild Motorsport“ ist seit Jahren die journalistische Instanz für Freunde des schnellen Autosports und bei Lesern wie Anzeigenkunden extrem etabliert. Aber auch wir müssen auf die veränderten Marktbedingungen reagieren. Jetzt bieten wir Lesern wie Kunden einen Mehrwert: die Leser werden noch aktueller als bisher über den Motorsport informiert, die Anzeigenkunden profitieren durch die wöchentliche Erscheinungsweise und Beiheftung in „Auto Bild“ von deutlich verbesserten Leistungswerten. In den aktuellen Krisenzeiten beobachten wir den Effekt, dass die meisten Werbekunden auf die Power des Marktführers setzen. Das neue aktuellere Konzept von „Auto Bild Motorsport“ wird von Mediapartnern, Kunden und Agenturen außerordentlich begrüßt und gelobt.
 
Was heißt das?
Marktführer sind eine verlässliche Größe. Deshalb ist es von solch wichtiger Bedeutung das „Auto Bild Motorsport“ jetzt klar an der Spitze fährt.

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