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Printkrise: „Metro“ USA geht an Ex-CEO

Der angeschlagene Gratis-Zeitungsanbieter "Metro" verkauft sein US-Geschäft an die schwedisch-britische Seabay Media. Brisant dabei: Seabay wird vom Ex-Metro-CEO Pelle Törnberg geführt. Metro vertreibt seine Gratiszeitungen in den USA in New York, Philadelphia und Boston mit einer Gesamtauflage von 590.000 Stück bzw. 1,2 Millionen Lesern. Das börsengelistete Unternehmen schreibt tiefrote Zahlen und leidet wie die ganze Zeitungsbranche massiv unter andauernden US-Werbekrise.

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Der Anspruch ist turmhoch: Nicht weniger als größte Anbieter von Gratis-Zeitungen ist die Metro International Group. Wie schwer man jedoch unter dieser Last zu tragen hat, wenn man nur auf Werbeeinnahmen angewiesen ist, musste Metro in den letzten Quartalen machen. Die Umsätze brachen zwischen Januar und März rachend um 24 Prozent ein, während sich die Verluste auf knapp 15 Millionen Dollar fast verdreifachten.

Der Aderlass hat nun Konsequenzen: Wie das in Luxemburg ansässige Unternehmen heute mitteilte, wird das USA-Geschäft der Gratis-Zeitungsanbieters an das Medien-Unternehmen Seabay, die von Ex-CEO Pelle Törnberg geführt wird, zum 1. Juni verkauft. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Der Verkauf der US-Geschäfts ist nicht der Konsolidierungsversuch. Erst im Januar hatte sich Metro den spanischen Markt aufgegeben und den Druck der Zeitungen eingestellt. Insgesamt wird Metro noch in 16 Nationen ausgeliefert – darunter die Massenmärkte wie Russland, Brasilien, Mexiko, Italien oder Frankreich. 

Der Fortbestand der Publikationen scheint jedoch nicht gesichert. Wie das Branchenportal „PaidContent“ heute mitteilte, habe Metro nicht genügend Betriebskapital für die nächsten 12 Monate. Entsprechend fieberhaft fällt die Suche nach neuen Erlösequellen und Einsparpotenzial aus. Als weitere Kostensenkungsmaßnahme wurde die Konzernzentrale  von London nach Stockholm verlegt.

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