Qype: „Deutsche User sind leidenschaftlich“

Qype hat nach einem umfassenden Relaunch jetzt einen neuen Vermarkter an Bord: Adlink. Mit dem Spezialisten für Display-Marketing will man in sechs europäischen Ländern verschiedene Kampagnen fahren. Wie die Community vor allem in Deutschland auf den Relaunch der Plattform reagierte und welche Vorteile die Zusammenarbeit mit dem neuen Vermarkter bringen soll, erfuhr MEEDIA exklusiv im Gespräch mit Qype-CEO Stephen Taylor und Adlink-COO Marc Stielke.

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Wie war die Reaktion auf den Relaunch von Qype?
Taylor: Die Reaktion der Community fiel in den einzelnen Ländern entsprechend unterschiedlich aus. Wir sind in neun Nationen vertreten. In allen anderen großen Märkten wie Großbritannien, Frankreich und Spanien haben wir ein positives Feedback erhalten. In Deutschland war die Reaktion etwas gemischter. Die deutschen Mitglieder bringen viel Leidenschaft mit, was wir großartig finden. Hier haben wir daher auch kritisches Feedback bekommen.

Wir haben von Beschwerden gehört, wonach sich ein Teil der Community nach dem Relaunch etwas vernachlässigt fühlt.
Taylor: Es gab eine kleine Zahl von 20 bis 30 Qype-Mitgliedern, die sich lautstark über die Änderungen beschwert haben. Das ist aber normal, wenn man Veränderungen vornimmt. Ähnliches habe ich auch schon in der Vergangenheit als Yahoo- und Flickr-Verantwortlicher in Europa erlebt. Solche Situationen geben uns aber die Möglichkeit zu lernen und uns zu verbessern.

Wie gehen sie mit der Kritik aus der eigenen Community um?
Taylor: Wir haben uns mit einigen Mitgliedern getroffen und die Kritikpunkte aufgenommen. Etwaige Fehler im System haben wir beseitigt und den Verbesserungsvorschlägen wollen wir im nächsten Schritt so gut es geht nachkommen. Immerhin ist es deren Community und nicht unsere.

Der Relaunch erfolgte also auch in einer Art Interaktionsprozess?

Taylor: Ja, das kann man so sagen. Für mich persönlich war das eine großartige Erfahrung, denn die kritischen Töne beweisen, dass die Qype-Community sehr lebendig ist. Es gäbe für eine Bewertungsplattform wie Qype wohl kaum etwas Besorgniserregenderes als eine stillschweigende Community, nachdem man die komplette Optik der Site mit neuen Farben und einem neuen Logo ausgestattet hat.

Ist die Mitgliederzahl seitdem eigentlich signifikant gewachsen?
Taylor: Qype befindet sich in einem kontinuierlichen Wachstumsprozess.

Sie haben mit dem Relaunch auch die Usability verbessert. Wie wirkt sich das auf die konkrete Nutzung aus?
Taylor: Wir haben einige neue Bewertungs- und Interaktions-Buttons beziehungsweise -Features eingebaut. Wir beobachten eine rege Nutzung dieser neuen Tools. Das wundert uns aber nicht, wir wussten ja, dass wir eine sehr aktive Community haben.

Zudem sollen jetzt lokale Dienstleistungen und Einrichtungen eine noch größere Rolle spielen. Was wurde in diesem Punkt verändert?
Taylor: Wir arbeiten ständig daran, unser Angebot zu verbessern. Insofern versuchen wir gerade für so wichtige Zentren wie zum Beispiel Hamburg die lokalen Gegebenheiten noch besser abzubilden. Dabei handelt es sich um einen kontinuierlichen Prozess, der sich fortwährend entwickelt.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Taylor: Natürlich werden wir das Portal weiter ausbauen. Erst kürzlich haben wir unseren mobilen Service erweitert. Es ist jetzt möglich, auch von einem mobilen Endgerät aus Bewertungen zu einzelnen Lokalitäten und Dienstleistungen zu schreiben. Außerdem haben wir mit Adlink jetzt einen starken Partner, der uns bei der Refinanzierung helfen soll.

Herr Stilke, Sie haben im April die Qype-Vermarktung übernommen. Wie kam es dazu?
Stilke: Qype war im Zuge der Internationalisierung auf der Suche nach einem Vermarkter, der sowohl in ausländischen Märkten Erfahrung bietet, als auch über Expertise in der Vermarktung regionaler und lokaler Angebote verfügt. Unser Länder- und Webseitenportfolio zeigt, dass unsere Kompetenzen dem Anforderungsprofil von Qype entsprechen. Außerdem bieten wir eine interessante Partnerschaft mit den Web-Portalen Web.de und GMX. An einer entsprechenden Integration von Qype wird bereits gearbeitet.

Inwiefern könnte die verbesserte Usability von Qype ein Ansatzpunkt für ihre Vermarktungsstrategie sein?
Stilke: Natürlich ist eine verbesserte Userexperience immer gut für die Wahrnehmung von Werbung. Die optischen Veränderungen der Plattform sind für Werbekunden aber deutlich relevanter. Hier ist es Qype gelungen, ein frisches und lebendiges Layout zu kreieren, das gegenüber herkömmlichen „Gelbe-Seiten-Angeboten“ ein deutlich attraktiveres Werbeumfeld bietet. Die neue Anordnung ermöglicht beispielsweise eine prominentere Platzierung von Werbeflächen. Außerdem bieten wir auch einige kreative Medialösungen an mit denen wir uns gezielt von den üblichen Standard-Medien-Angeboten abgrenzen.

Internationale Online-Kampagnen sind derzeit ein wichtiges Thema. Haben sie da schon etwas geplant?
Stilke:  Wir bieten natürlich auch internationale Kampagnen an. Diese werden entweder über unser Büro in London verkauft oder direkt in den entsprechenden Ländern. Kunden aus dem Tourismus-Bereich in Spanien etwa, die Reiselustigen bestimmte Regionen vorstellen wollen, könnten dies direkt vor Ort ausmachen. Derartige Kunden sind geradezu prädestiniert, um Werbung auf Qype zu schalten. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass wir einen hohen Prozentsatz des Umsatzes mit internationalen Kampagnen erzielen werden.

Sie nutzen TGP, das relativ neue Targeting-System der United Internet Media. Wie soll dies bei der Qype-Vermarktung zum Einsatz kommen?
Stilke: Zunächst wird Qype Teil des TGP-Open-Netzwerkes. Das bedeutet, dass für Werbekunden auf Qype jetzt auch exakte Zielgruppenbuchungen möglich sind. Diese Zielgruppen werden soziodemographisch, also zum Beispiel nach Geschlecht und Altersgruppe, nach Region oder auch nach Milieu-Zugehörigkeit definiert. Dies ergänzt die Targetingmöglichkeiten auf Qype und reduziert Streuverluste.

Welchen Vorteil bietet dieses Verfahren?
Stilke: Der Nutzer wird anonym einer Zielgruppe zugeordnet, indem sein Nutzungsverhalten im Web statistisch ausgewertet  wird. Dabei handelt es sich aber nicht um personalisierte Daten. Der Vorteil gegenüber herkömmlichen Behavioral-Targeting-Systemen liegt in der größeren Anzahl von Zielgruppenmerkmalen, die bei TGP zugrunde liegen.

Wie gehen sie mit der Krise um. Spüren sie deren Auswirkung?
Stilke: Natürlich spüren wir die Krise. Es besteht ein enormer Preisdruck und viele Kunden halten ihre Budgets zurück. Der schwierigen Marktlage begegnen wir mit einer besonderen Mediaeffizienz. Hier können wir dank TGP mit sehr geringen Streuverlusten und mit cleveren Integrationen punkten. Außerdem setzen wir auf Innovation und dafür ist Qype mit seiner jungen, stark wachsenden, überdurchschnittlich gebildeten und verdienenden Zielgruppe der ideale Partner.

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