Amazons Riesen-Kindle zum Monster-Preis

Jeff Bezos, der Chef des Online-Händlers Amazon, hat am Mittwoch die neue Riesen-Version seines elektronischen Lesegeräts Kindle vorgestellt. Der Kindle DX (für Deluxe) hat einen Bildschirm, der zweieinhalb mal so groß ist, wie der des normalen Kindle. Gewachsen ist aber auch der Preis. Mit 489 Dollar ist der Kindle DX 130 Dollar teuerer als der kleine Kindle. Der große E-Reader gilt als Hoffnungsträger für Zeitungen und Fachbuchverlage.

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Die Hoffnung von Verlagen, mit Hilfe des neuen Kindle DX einen digitalen Vertriebsweg für Bezahl-Inhalte zu bekommen, ist freilich noch ein sehr zartes Pflänzchen. Zum einen dürfte der hohe Preis des Geräts eine flächendeckende Verbreitung zunächst behindern. Zum anderen gibt es bisher nur Vorverträge mit drei großen Zeitungshäusern. Die „New York Times“, der „Boston Globe“ und die „Washington Post“ bieten als „Pilot-Projekte“ verbilligte Abos für den Kindle DX an. Die Abos sollen aber eine lange Laufzeit haben und nur für Personen abschließbar sein, die außerhalb der Print-Verbreitungsgebiete der Zeitungen leben. Klingt erstmal nicht sehr attraktiv. Zumindest „New York Times“ und „Washington Post“ werden in den USA auch überregional verbreitet. Und außerhalb der USA gibt es keinen Kindle zu kaufen. Das Projekt Zeitung via Kindle steckt also noch in den Kinderschuhen.

Dabei gibt es bereits für den normalen Kindle 37 Zeitungen im Abo für durchschnittlich rund 10 Dollar pro Monat. Eines der Probleme dürfte sein, dass Amazon, zumindest beim Kindle DX, rund 70 Prozent der Abo-Erlöse selbst einkassiert. Die finanziellen Rahmenbedingungen sollen deshalb noch in diesem Jahr nachverhandelt werden. Bisher ist der Kindle DX für die Zeitungshäuser nicht mehr als ein Experiment.

Besser sieht es bei Fachbüchern aus. Hier hat Amazon Kooperationen mit den Verlagen Pearson Education, Cengage Learning und Wiley Higher Education. Außerdem wollen sechs Colleges und Universitäten den Kindle DX im Laufe des Jahres mit Studenten testen. Der neue Kindle DX kann nun auch PDF-Dokumente darstellen. Praktisch. Verkauft wird das Gerät ab Sommer. Doch nach wie vor gilt: Wann Amazon den Kindle nach Deutschland bringt – kein Mensch weiß es.

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