5 Gründe, warum Apple Twitter nicht kauft

700 Millionen Dollar soll Apple offenbar bereit sein, für das heißeste Start-up der Stunde auf den Tisch zu legen, berichten Insider in den US-Blogs "TechCrunch" und "Gawker". Die Unternehmen befänden sich bereits in fortgeschrittenen Gesprächen, heißt es. Bei genauerer Betrachtung macht der Deal jedoch nicht wirklich viel Sinn – für Apple. Die eigene Unternehmensgeschichte, die Firmenphilosophie und mangelnde Synergien sprechen gegen den Deal.

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700 Millionen Dollar soll Apple offenbar bereit sein, für das noch immer heißeste Start-up der Stunde auf den Tisch zu legen, berichten Insider in den US-Blogs „TechCrunch“ und „Gawker“. Die Unternehmen befänden sich bereits in fortgeschrittenen Gesprächen, heißt es. Bei genauerer Betrachtung macht der Deal jedoch nicht wirklich viel Sinn – für Apple. Die eigene Unternehmensgeschichte, die Firmenphilosophie und mangelnde Synergien sprechen gegen den Deal.

Plötzlich war das ein Gerücht im Raum. „Apple kauft Twitter“ wurde im Pressezentrum vor der Eröffnung der next09 geflüstert – und sofort verselbstständigte sich der neuste Silicon Valley-Gossip auch im fernen Europa – so wie auf der ganzen Welt, natürlich über Twitter selbst.

So weit, so spektakulär. Bei näherer Betrachtung dürfte an dem Deal, den Apple aus der Portokasse bezahlen könnte,  jedoch wohl kaum etwas dran sein. Und zwar aus diesen fünf Gründen:

• Twitter wäre ein nettes Anhängsel, das sich Apple leicht leisten kann. 700 Millionen Dollar hat der Technologiepionier in nicht mal zwei Monaten verdient – ganz zu schweigen von knapp 30 Milliarden Dollar auf der Bank. Aber: Mehr als ein kurzfristiger Imagegewinn wäre Twitter wohl kaum. Als wirtschaftlicher Faktor dürfte der Mikroblogging-Dienst nämlich für Apple erstmal keine Rolle spielen. Bis heute erwirtschaftet Twitter keine Erlöse, und es erscheint immer noch unklar, wann das der Fall sein dürfte. Vor allem: In welcher Größenordnung sie ausfallen würden. Und mit Kleinkram hat sich die Apple-Führung bislang kaum abgegeben.  

• Apple braucht Twitter nicht – zumindest eindeutig weniger als Facebook, Google oder gar Microsoft. Mit der Entscheidung im März 2008, das iPhone für Drittanbieter zu öffnen, hat Apple ein komplett neues Applikations-Universum geschaffen. Einen kleinen Teil davon besetzen die unzähligen Twitter-Applikationen. Was für einen Unterschied würde es jedoch praktisch für Apple-User machen, ob sie über Twitter  ihre 140 Zeichen-Botschafren absetzen – oder über ein offiziell von Apple gebrandetes Twitter?  

• Apple war schon immer ein Hard- und Software-, nicht aber ein Internet-Unternehmen. Natürlich: Es hat mit Safari einen eigenen Browser  gelauncht und mit MobileMe einen bis heute nicht wirklich ausgereiften Email-Dienst. Passt Twitter da in die Unternehmensphilosophie?

• Das gilt erst recht in strategischer Hinsicht: Apple kauft nicht gerne Unternehmen zu. Lieber sitzt das Index-Schwergewicht der Nasdaq auf 30 Milliarden Dollar Cash als auch nur einen Cent für einen schwer zu integrierenden Newcomer auszugeben.

• Trends nachzurechnen, gefällt dem Kultunternehmen schon gar nicht: Trends setzt Apple selbst. Das ist Teil der Unternehmenskultur – und am Ende eine Ego-Haltung, mit der konfrontiert zu werden Twitter-Mitarbeiter nicht unbedingt zu beneiden wären.

Ausgeschlossen ist der Deal dennoch nicht. Dafür spräche immerhin, dass Steve Jobs und Tim Cook sich mit einem Schlag zehn Millionen begeisterte Twitterer erkaufen würde, die ihre Tweets logischerweise auf einem iPhone abfeuern sollten. Aber tun sie das nicht ohnehin schon?

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