Der Kampf der Smartphone-Giganten

Apple hat mit seinem iPhone den Markt für Smartphones ordentlich durcheinander gewirbelt. Das einzige Produkt, das dem iPhone in Sachen Popularität und Wachstum gleichkommt, ist der Blackberry. Während das iPhone immer mehr Geschäftskunden begeistert, geht der Blackberry den umgekehrten Weg: statt als reines Business-Spielzeug zu gelten, soll die Schwarzbeere nun auch als Lifestyle-Handy für den privaten Nutzer attraktiver werden. Auf der Hausmesse WES werden in dieser Woche neue Blackberrys präsentiert.

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Wenn RIM-CEO Jim Balsillie auf der Hausmesse WES des Herstellers in Orlando, Florida, Neuheiten präsentiert, ist das die Blackberry-Variante der Apple-Hausmesse World Wide Developer Conference (WWDC), die im Juni in San Francisco stattfindet. WES steht übrigens für Wireless Enterprise Symposium, ein Name, der die Verankerung des Blackberrys bei Business-Kunden bereits andeutet.

Auf der Blackberry-Messe sollen zwei neue Telefone vorgestellt werden: einmal der klassische Blackberry „Niagara“, der als 3G-Welt-Telefon konzipiert ist. Will heißen: Der Niagara funktioniert in Europa, den USA und in Asien. Laut Technik-Websites wird das neue Gerät bereits als „bester Blackberry aller Zeiten“ gehandelt. Ein Handy im klassischen Blackberry-Look mit Bildschirm oben und „echter“ Tastatur unten. Sowohl Bildschirm als auch Tastatur sollen aber deutlich verbessert worden sein. Außerdem wird ein neues Klapp-Handy mit Namen „The Apex“ erwartet und der beliebte Blackberry Push-Mailservice soll als Prepaid-Angebot nach Europa kommen. Damit sollen Privatkunden gelockt werden, die keine teuren Verträge mit laufenden Kosten abschließen wollen.

Für den Herbst angekündigt ist eine neue Version des Touchscreen-Handys Blackberry „Storm“, die endlich auch mit W-LAN ausgestattet sein soll. Der erste „Storm“ zog wegen seiner schlecht programmierten Software und einem gewöhnungsbedürftigen, klickbaren Bildschirm einige Kritik auf sich. Blackberry besserte die Software mit einem Update kurz darauf deutlich nach. Der Storm ist wegen seines Touchscreens und dem Fokus auf Unterhaltungs-Angeboten der direkteste iPhone Konkurrent aus dem Hause RIM.

Ebenfalls für den Herbst angekündigt ist der erste Blackberry aus dem ehemaligen Nokia-Werk in Bochum. Dort hat der Blackberry-Hersteller Research in Motion (RIM) 45 Millionen Dollar investiert und sein europäisches Forschungs-Labor eingerichtet. Im Herbst wird das erste in Bochum entwickelte Blackberry-Handy speziell für den europäischen Markt erwartet. In der Branche spricht man vom „BoBerry“, ein Mix aus Bochum und Blackberry.

Bei Apple schläft man nicht. Im Juni erwartet die Branche ein bis zwei neue iPhone-Modelle. Als gesichert gilt, dass die nächste Version des iPhones mit neuem Betriebssystem und umfangreichen Video-Funktionen ausgestattet wird. Außerdem soll es eventuell eine billigere Version des iPhones für Schwellenländer geben.

Gewinner sind die beiden Konkurrenten iPhone und Blackberry schon jetzt. Weltweit ist der Markt für Mobiltelefone im ersten Quartal 2009 um 13 Prozent geschrumpft. Doch sowohl RIM als auch Apple wachsen im Mobiltelefon-Markt gegen den Trend. So stieg die RIM-Aktie in den ersten Monaten des Jahres um 79 Prozent und die Apple-Aktie um 49 Prozent. Beide Hersteller machen den Markt für anspruchsvolle Smart-Phones derzeit weitgehend unter sich aus.

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