Obama gewährt persönliche Einblicke

Barack Obama bleibt der mediale Überflieger, den er seit Beginn des Wahlkampfs im Herbst 2007 gibt – auch wenn er mittlerweile nicht mehr ganz taufrisch im Präsidentensessel sitzt. Seit hundertundeinem Tag ist er im Amt, am 29. April, seinem Hundertsten, präsentierte das Weiße Haus eine umfangreiche Fotosammlung auf Flickr.com. Der Coup gelang: Medien und Öffentlichkeit zeigen Bewunderung für ihren "öffentlichen" Präsidenten. Und Obama muss nicht mehr tun, als ab und an er selbst zu sein.

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Die Fotos schaffen, was keinem Zeitungs- oder Fernsehportrait bisher gelang: Sie zeigen die andere Seite. Natürlich sind viele Bilder dabei, die man so oder ähnlich schon gesehen hat. Obama, der aus der Air Force One steigt, die First Lady gemeinsam mit Frankreichs Präsidentengattin Carla Bruni. Doch der Blickwinkel ist ein anderer, als der, den man bisher zu Gesicht bekommen hat – allein das macht die knapp 300 Fotos umfassende Serie extrem spannend. Hier wird zwar inszeniert, doch links und rechts davon gibt es immer wieder Erstaunliches zu entdecken. Michelle Obama, die die sonst so kühle Bruni tatsächlich zum Lachen bringt. Der Präsident, ungewohnt schüchtern, von anderen bejubelt.

„Wir wollen das Weiße Haus für das amerikanische Volk öffnen und leichter erreichbar machen“, sagt Obamas Sprecher Nick Shapiro zu dem neuen Flickr-Fotostream. Die Veröffentlichung der Bilder, die alle von Peter Souza, dem Chef-Fotografen des Weißen Hauses, stammen, sei ein Weg, dies zu erreichen.

Liest man die US-Pressestimmen zu der Veröffentlichung, scheint das Weiße Haus diesem Ziel immer näher zu kommen. Vor allen Dingen die Tatsache, dass die Fotos bei Flickr veröffentlicht wurden und sie somit von anderen Usern – unter Angabe des Weißen Hauses als Urheber – weiter benutzt werden können, hat unter Kommentatoren ein positives Echo erzeugt. „It may seem like a little thing, but it’s not“, schreibt etwa „Newsweek“-Autorin Holly Bailey. Ein Präsident, der sein Bild aus der Hand gibt, das gab es noch nie.

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