Das iPhone und seine unwürdigen Nutzer

Das iPhone aus dem Hause Apple ist ohne Zweifel ein bewunderungswürdiges Gerät. Es hat ein klares Design und eine überlegene Nutzerführung sowie den mit Abstand besten mobilen Internet-Browser. Trotz händeringender Bemühungen schafft es die Konkurrenz nicht, dem iPhone etwas Gleichwertiges oder gar Besseres entgegenzusetzen. Trotzdem ist der Kult-Status des iPhones in Gefahr. Der Grund: Es verkauft sich zu gut. Apples Wunder-Telefon ist in der breiten Masse der Gewöhnlichkeit angekommen.

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Das iPhone aus dem Hause Apple ist ohne Zweifel ein bewunderungswürdiges Gerät. Es hat ein klares Design und eine überlegene Nutzerführung sowie den mit Abstand besten mobilen Internet-Browser. Trotz händeringender Bemühungen schafft es die Konkurrenz nicht, dem iPhone etwas Gleichwertiges oder gar Besseres entgegenzusetzen. Trotzdem ist der Kult-Status des iPhone in Gefahr. Der Grund: Es verkauft sich zu gut. Apples Wunder-Telefon ist in der breiten Masse der Gewöhnlichkeit angekommen.

Mittlerweile hat Apple über 17 Millionen iPhones verkauft, alleine 3,8 Millionen im ersten Quartal. Die irre Erfolgsgeschichte des Telefons ist heute einer der wichtigsten Bausteine für Apples Erfolg trotz Krise. Aber der Mega-Erfolg und die steigende Verbreitung des iPhone könnten auch zu seinem Fluch werden.

Problem: Das iPhone ist gewöhnlich geworden.

Mittlerweile ist das Gerät derart weit verbreitet (selbst unter Studenten!), dass es beim besten Willen nicht mehr als Statussymbol herhalten kann. Manchmal muss man sich geradezu schämen. Zum Beispiel, wenn ein Vertriebs-Ochse in Kurzarm-Hemd und schriller Krawatte im Zug ein iPhone zückt. Bis vor kurzem hatten solche Typen alle noch einen Blackberry – was ist geschehen? Schuld ist natürlich die zweite Generation des iPhone-Betriebssystems, die das Telefon kompatibel mit Exchange-Servern und damit businesstauglich gemacht hat. Schön für die Verkaufszahlen – schlecht für den Kult-Status. Jetzt denkt jeder Schlipsträger aus Vertrieb und Mittel-Management, ein bisschen was von Glanz und Sexyness des iPhone abhaben zu können. No way. Das Gegenteil ist der Fall. Dadurch, dass diese Schnauzbartträger, Kurzarmhemden und blonde Damen auf hohen Hocken jetzt alle ein iPhone haben, machen sie den Mythos kaputt.

Wie schön war es, wenn man als in Technik- und Design-Dingen überlegener Apple-Nutzer mit MacBook und iPhone über die Heere der Unwissenden mit ihren Lenovo-Ziegelsteinen (inklusive jämmerlicher Funzel-Lampe im Deckel) und Blackberry-Sklaven lächeln konnte, während man selbst mit zwei möglichst fettfreien Fingern souverän das geliebte iPhone oder den iPod Touch streichelte. Vorbei. Das iPhone ist zur x-beliebigen Alltagsware verkommen. Ramsch.

Aber: Es gibt keine Alternative. Man will ja nicht im Ernst einen Blackberry Storm kaufen oder ein HTC Diamond mit notdürftig bemänteltem Windows Mobile Betriebssystem. Als Ausweis eine gewissen Techno-Schrulligkeit könnte man ein altes Nokia vom Dachboden räumen und bewusst mit der Retro-Handgurke die Fußgängerzone abschreiten. Aber das wäre nicht mehr als billige Ersatzbefriedigung. Bleibt nur die Hoffnung, dass Apple ein Einsehen hat und möglichst bald ein neues iPhone auf den Markt bringt, dass die Massen der 08/15-Nutzer wieder in die Flucht schlägt. Am besten irgendwas Wichtiges weglassen und saftig den Preis erhöhen. So wie beim MacBook Air. Dann wird‘s wieder was mit der Tech-Elite.

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