StudiVZ-CEO: „Vorwürfe sind haltlos“

Ausweitung der Kampfzone: StudiVZ muss sich jetzt auch vor einem deutschen Richter mit seinem Konkurrenten Facebook auseinander setzten. Vor dem Landgericht Köln kam es am gestrigen Dienstag zu einer ersten mündlichen Verhandlung (Az.: 33 O 374/08). Facebook wirft der Holtzbrinck-Tochter unter anderem vor, geistiges Eigentum des US-Weltmarktführers kopiert zu haben. Experten räumen StudiVZ schlechte Karten ein. In Stuttgart und Kalifornien sind noch weiter Verfahren anhängig.

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Schärfster Vorwurf an StudiVZ ist, dass sich die Berliner illegal auf das Facebook-Computersystem Zugriff verschafft haben sollen. So soll die Holtzbrinck-Tochter den Quellcode des US-Netzwerkes kopiert haben.

In der mündlichen Verhandlung unterbreitete der Vorsitzende der Kölner Wettbewerbskammer, Richter Heinz Georg Schwitanski beiden Parteien den Vorschlag, einen unabhängigen Gutachter zu bestellen, der beide Quellcodes vergleichen solle. Auf Basis des Gutachtens, könnten Facebook und StudiVZ dann einen Vergleich aushandeln. Kommt es zu keiner Einigung, wird das Gericht am 16. Juni entweder ein Urteil sprechen, oder aber ankündigen, noch tiefer in die Beweisführung einzutauchen.

Tatsächlich ist der einzige gravierende Unterschied zwischen beiden Wettbewerbern ihr Farbschema: Facebook ist blau, StudiVZ rot. Ansonsten ähneln sich beide Plattformen – zumindest optisch – sehr stark. Technisch hat sich Facebook längst extrem weiterentwickelt, wohingegen StudiVZ noch immer eher altbacken wirkt.

Für den Web-Experten Marcel Weiss von Netzwertig.com ist klar: „Angesichts der Tatsache, dass die StudiVZ-Programmierer seinerzeit die Stylesheets von StudiVZ mit “myfb” oder “myFaceBook” und Ordner mit “Fakebook” benannt haben, dürfte StudiVZ schlechte Karten haben.“

Kommentar des StudiVZ-CEOs Markus Berger-de Léon: „Wir sehen der aktuellen Verhandlung gelassen entgegen, da wir die Vorwürfe für haltlos halten“.

Besonders ärgerlich dürfte es für den StudiVZ-CEO sein, dass er es mit Problemen zu tun hat, deren Ursprung weit zurück liegen. Bereits 2006 deckten einige Blogger auf – unter anderem Don Alphonso –, dass die VZ-Programmierer ihre Stylesheets wohl von Facebook geklauten hatten. Damals gehörte die Plattform noch den drei Gründern Ehssan Dariani, Dennis Bemmann sowie Michael Brehm und nicht der Verlagsgruppe Holtzbrinck.

StudiVZ hat nach eigenen Angaben 5,5 Millionen Nutzer. Dazu kommen noch weiter 7,5 Millionen bei den Schwester-Plattformen SchülerVZ und MeinVZ. Facebook dagegen zählt mehr als 200 Millionen Mitglieder, davon kommen rund zwei Millionen aus Deutschland.

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