Studie: TV und Netz bei Jugendlichen gleichauf

Jeweils etwa zwei Stunden täglich verbringen Jugendliche von 12 bis 24 Jahren online und mit TV. Das geht aus der Studie "Heranwachsen mit dem Social Web" hervor, die die Landesmedienanstalt NRW in Auftrag gegeben hat.

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Die Untersuchung von Wissenschaftlern des Hans-Bredow-Instituts (Hamburg) und der Universität Salzburg zielt auf die Mediennutzung von Jugendlichen, vor allem auf den Umgang mit sozialen Netzwerken. Die wichtigste Erkenntnis widerspricht einem verbreiteten Vorurteil: Intensive Nutzer von StudiVZ und Konsorten gehen nicht etwa den etablierten Medien verloren, sondern sind tendenziell auch an Nachrichten und anderen journalistischen Angeboten interessiert. „Das Muster des Umgangs mit den Medien erstreckt sich auch auf das ,Social Web‘“, sagte Professor Uwe Hasebrink vom Bredow-Institut bei der Vorstellung der Studie.
Bei der Repräsentativbefragung von 650 Jugendlichen lagen Youtube (nutzen 70 Prozent) und Wikipedia (55 Prozent) noch vor den erfolgreichsten Netzwerk-Seiten. Insgesamt seien Netzwerkplattformen, Instant Messaging sowie Weblogs und Wikis „in den Alltag von Jugendlichen wie selbstverständlich integriert“. Beim hier stattfindenden „Beziehungsmanagement“ werten die Medienwissenschaftler die sozialen und kreativen Aspekte durchaus positiv.
 Allerdings haben offenbar die meisten Jugendlichen schon praktische Erfahrungen mit „Online-Mobbing“ und anderen negativen Seiten der verbreiteten Selbstentblößung im Netz gemacht. Die Landesmedienanstalt appellierte an die Verantwortung der Netzwerk-Betreiber, etwa Profile von Minderjährigen automatisch „privat“ zu handhaben. Die Behörde wird auch selbst aktiv: Sie habe allein in diesem Jahr schon 460 Elternabende zu diesen Themen finanziert.

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