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Microsoft will Apple und Twitter angreifen

Neues aus Redmond: Der wertvollste Softwarekonzern der Welt, der in den vergangenen Jahren beständig die neusten Technologietrends verpasst hat, will mit zwei Vorstößen zurück in die Zukunft. Da wäre zunächst ein potenzielles iPhone: Wie das "Wall Street Journal" berichtet, plant Microsoft bereits im nächsten Jahr, mit Verizon ein Smartphone auf den Markt zu bringen. Und mehr noch: Auch ein Kommunikations-Dienst à la Twitter ist offenbar bereits in Planung.

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Aufbruch zum Mainstream – wieder einmal: So könnte man Microsofts neuestes Bemühen deuten, bei den großen Technologie- und Internettrends ein Killerprodukt zu lancieren. Darauf legt es der Softwareriese nämlich offenbar an: Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, arbeitet Microsoft nämlich offenbar schon länger an einem Smartphone-Prototypen, der an den Erfolg des iPhones anknüpfen soll.

Nach Angaben des „WSJ“ handele es sich bei dem Smartphone ebenfalls um ein Multimedia-Handy mit Touchscreen. Genau wie bei Apple sollen Anwender die Möglichkeit bekommen, das Gerät mit Applikationen zu bestücken. Vermarktet werden soll das Microsoft-Smartphone, das intern auf den Codenamen „Pink“ hört, offenbar vom amerikanischen Mobilfunkbetreiber Verizon, der sich im scharfen Wettbewerb mit dem iPhone-Anbieter AT&T befindet. 
Marktexperten skeptisch: „Chancen eines Flops ziemlich hoch“

Microsoft ist bereits auf dem Smartphone-Markt mit seiner Software Windows Mobile präsent, die etwa von Samsung oder HTC benutzt wird. Von Branchenexperten wird der Vorstoß auf dem Hardware-Markt indes kritisch beäugt. „Angesichts der Tatsache, wie spät Microsoft den Markt betritt und wie unterirdisch ihre bisherigen mobilen Gadgets – namentlich der Zune und Windows Mobile – sind, stehen die Chancen eines Flops ziemlich hoch“, zeigt sich „Alley Insider“-Reporter Dan Frommer vom Vorstoß wenig begeistert.

Mehr noch: „Während Apple das iPhone – das Windows Mobile Jahre voraus ist – ständig verbessert und sogar Palm wieder von Toten aufersteht, muss Microsoft tatsächlich mit einem Wow-Effekt aufwarten, um auch nur eine Chance zu haben“, folgert Frommer. „Doch wann haben sie das das letzte Mal getan?“

Test-Version von Twitter-Konkurrent „Vine“ gestern gestartet

Diese Skepsis scheint auch in einem anderen Bereich berechtigt: Nach Informationen des Technologieportals „ZDNet“ launcht Microsoft auch in einem anderen Bereich einen Versuchballon. So nimmt der Softwarekonzern seit gestern die Anmeldung für die Betaphase eines neuen Informationdienstes namens „Vine“ entgegen.

„Vine“ funktioniert als Kommunikationskanal wie Twitter, soll jedoch in seiner Anwendung zunächst begrenzt sein. So ist die Rede von einem „Notfall-Dienst“, mittels dem kleine Gruppen wie Familien oder Nachbarn Kontakt halten können. Das dürfte indes nur der Anfang zu einem umfassenden Messanging-Dienst wie Twitter sein, glauben Branchenexperten.

Doch auch hier dominiert die Skepsis, um es positiv zu formulieren. Man könnte es aber auch Häme nennen: „Sag, dass es nicht wahr ist“, titelt Henry Blodget im „Alley Insider“. Und mehr noch: „Kann Microsoft dem Zug wirklich schon wieder so weit hinterherlaufen?“

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