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Sommerfelds Aufstieg bei DuMont

Die DuMonts sind immer für eine Überraschung gut. Während die Branche in Deutschland darauf wartet, dass endlich ein neuer Chefredakteur für die "Berliner Zeitung" ernannt wird, macht Verleger Alfred Neven DuMont Franz Sommerfeld, den verdienten Chefredakteur des "Kölner Stadt-Anzeigers", kurzerhand zum neuen Vorstandsmitglied für Redaktionen. Neuer "Stadt-Anzeiger"-Chef wird der Vertraute des Verlegers, Peter Pauls. Der neue Redaktionsvorstand Sommerfeld kennt die "Berliner Zeitung" gut.

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Sommerfeld löst Pauls im publizistischen Beirat des PMB Presse- und Medienhauses Berlin ab. Zu Erinnerung: PMB, das sind die Titel, die DuMont von dem Investor David Montgomery übernommen hat, also vor allem „Berliner Zeitung“, „Berliner Kurier“ und „Hamburger Morgenpost“. Am PMB hat sich auch der mit DuMont bereits bei der „Kölnischen Rundschau“ verbandelte Heinen Verlag mit 35 Prozent beteiligt. In dem publizistischen Beirat des PMB sitzen nun Verleger Helmut Heinen, Konstantin Neven DuMont und eben als Neuzugang Franz Sommerfeld.

Bisher war Junior-Verleger Konstantin Neven DuMont, der gerne darauf hinweist, gelernter Journalist zu sein, so etwas wie die redaktionelle Stimme im Vorstand des Hauses. Diese Rolle dürfte nun Sommerfeld zufallen. Sommerfeld wird wohl hauptsächlich ein Auge auf die Abo-Titel haben. Vor allem kennt er sich auch mit der „Berliner Zeitung“ sehr gut aus. Acht Jahre arbeitete Sommerfeld bei dem Blatt, u.a. als politischer Korrespondent und stellvertretender Chefredakteur. Für die Neuordnung der drei Boulevardzeitungen „Express“, „Kurier“ und „Morgenpost“ hat sich der Verlag bereits den ehemaligen „Bild“-Chef und Springer-Vorstand Claus Larass als Berater geholt.

Das neue Zeitungsreich der DuMonts ist noch am Entstehen. Vieles ist noch unklar. So soll erst in knapp zwei Wochen die Neubesetzung der Chefredaktion der „Berliner Zeitung“ verkündet werden. Die Spekulation der „Süddeutschen Zeitung“, dass Sommerfeld die „Frankfurter Rundschau“ übernimmt und deren Chefredakteur Uwe Vorkötter als Chef zur „Berliner Zeitung“ zurückkehrt, hat sich zumindest als falsch erwiesen. Sommerfeld wird laut DuMont keine weiteren Posten neben seinem Vorstandsmandat ausüben.

Dass die zur „Berliner Zeitung“ zurückgekehrte Brigitte Fehrle Chefredakteurin wird, ist ebenso unwahrscheinlich. Sollte dies geplant sein, hätten die DuMonts längst Fakten schaffen können. So deutet alles darauf hin, dass die Stelle mit einem externen Kandidaten besetzt werden soll. Oder es wird doch noch eine Konstruktion gefunden, bei der Vorkötter nach Berlin zurückkehrt. „Berliner Zeitung“ und „Frankfurter Rundschau“ sollen in einem „Drei-Stufen-Plan“ schrittweise enger zusammenarbeiten. Die Federführung dabei liegt offenbar bei der „Rundschau“ und Vorkötter. Es wird intern erwartet, dass zunächst vor allem doppelt besetzte Korrespondentenstellen gestrichen werden. Damit dürfte das Ende der Synergie-Maßnahmen aber noch lange nicht erreicht seit.

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