Omnicom sieht kein Ende der Werbekrise

Es passt nicht ganz zusammen: Die Aktien der führenden Medienunternehmen der Welt legen seit Wochen eine Rallye hin, als wäre die Erholung an den Werbemärkten längst eine beschlossene Sache. Die Wahrheit sieht indes etwas anders aus. Das zumindest ist die Lesart, die das Ergebnis der jüngsten Quartalszahlen des weltgrößten Werbekonzerns zulässt. Um 21 Prozent weniger als im Vorjahr hat Omnicom zwischen Januar und März verdient. Im laufenden Quartal soll es nicht besser werden.

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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Auf 164,5 Millionen Dollar sind die Gewinne der weltgrößten Werbeagentur-Gruppe Omnicom im ersten Quartal des Jahres zusammengeschrumpft – im Vorjahr waren es noch 208,7 Millionen Dollar. Das entspricht einem Einbruch von 21 Prozent. Der Umsatz gab um immerhin 14 Prozent auf 2,75 Milliarden Dollar nach.

Während das klassische Anzeigengeschäft ebenso wie die CRM-Sparte (Customer Relationship Management) um 13 Prozent nachgab und sich noch am robustesten präsentierte, verlor der PR-Bereich um 17 Prozent, während die Sparte „Specialty Communications“ gar um mehr als 20 Prozent einbrach.

Die Bilanz fiel damit immerhin noch weitaus besser aus als von Analysten erwartet: Omnicom fuhr unterm Strich ein Ergebnis je Aktie von 53 Cent ein – die durchschnittlichen Wall Street-Schätzungen hatten indes nur bei 44 Cent je Anteilsschein gelegen. Für das laufende Quartal wird ein Ergebnis von 73 Cent je Aktie in Aussicht gestellt, das exakt die Analysten-Prognose trifft.

Omnicon-CEO: „Weiter Zurückhaltung auf dem Werbemarkt“

Trotzdem reicht die Bilanz nicht aus, um Enthusiasmus zu entfachen: An der Wall Street notierte die Aktie nach Veröffentlichung des Zahlenwerks nur leicht im Plus – und das, obwohl die Deutsche Bank das Papier von „Verkaufen“ auf „Halten“ hochstufte. 

Maßgeblichen Anteil dürfte daran die verhaltene Aussage des Omnicom-CEOs John Wren zu den laufenden Geschäften haben. „Die Leute, die sich jetzt so optimistisch äußern, blicken bereits zum Ende dieses und dem Anfang nächsten Jahres“, so Wren. „Ich glaube vielmehr, dass wir im laufenden Quartal ähnliche Zurückhaltung sehen werden wie im abgelaufenen Quartal.“  

Vor gerade mal zwei Wochen hatte der französische Konkurrent Publicis vor einem schwächeren Werbeerlösen gewarnt. Das weltweite Anzeigenvolumen werde 2009 um 7 Prozent nachgeben,  schätzte Publicis. Das ist der bisher negativste Ausblick der Branche.

Mit Spannung warten Investoren unterdessen auf die neusten Zahlenwerke der US-Medienriesen Disney, Time Warner und NewsCorp, die in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. 

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