Kurios: Millionen sehen beim Surfen fern

Web-Nutzer lassen sich beim Surfen von anderen Medien berieseln. Laut einer Studie des Medien- und Sozialforschers TNS Emnid nutzt die Hälfte der rund 40 Millionen User ab 14 Jahren in Deutschland weitere Medien während des Aufenthalts im Netz: 44 Prozent favorisieren parallel ein akustisches Angebot, neun Prozent nehmen eine Zeitung, elf Prozent eine Zeitschrift zur Hand. 22 Prozent sehen neben dem Surfen fern. Besonders beliebt sind dabei die Hörfunkprogramme aus dem klassischen Radiogerät.

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„Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass Radio und Internet im Nutzungsprozess inzwischen fest zusammen gehören. Die Ohren sind schließlich frei – und der bekannte Tagesbegleiter Radio kann mit seiner persönlichen Ansprache beim Surfen in virtuellen Welten ein Anker in der realen Welt sein“, erläutert Jan Peter Glootz, Senior Research Consultant bei der TNS Emnid Medienforschung. In Kooperation mit der Radiozentrale wurden insgesamt 1.065 Personen ab 14 Jahren befragt.

An Platz eins des akkustischen Begleitprogramms liegen die herkömmlichen Radioprogramme aus der Region. Auf den Plätzen folgen CDs, MP3-Musikfiles sowie Radiostreams über das Internet. Auch hier liegen herkömmliche Radioanbieter in der Gunst der Onliner vor den speziellen Webradio-Programmen. Digitale Musikberater wie Last.FM spielen in punkto medialer Begleitung kaum eine Rolle.

Am deutlichsten punktet die Kombination Audio und Online bei den jüngeren Konsumenten: 58 Prozent der 14- bis 19-Jährigen setzen auf akustische Begleitung, bei den Unter-40-Jährigen wollen 53 Prozent beim Surfen „was auf die Ohren“. Und auch die jungen Nutzergruppen bevorzugen die herkömmlichen Hörfunkangebote. Sie holen sie sich allerdings etwas häufiger aus dem Internet.

Intensive Web-User hingegen nutzen deutlich häufiger nur ein Endgerät. User, die täglich ins Netz gehen, holen sich entsprechend häufiger Audiocontent via Internet auf Laptop und PC. Solche Heavy User nutzen die medialen Begleiter deutlich stärker – das gilt auch für Audio (58 Prozent zu 44 Prozent).

Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale: „Die kombinierte Nutzung der Konsumenten bietet auch der Werbewirtschaft ein doppeltes Vergnügen: Radio bietet eine enorme Reichweite und die nötige Aktivierungskraft, um die Internet-User mit Spots und Botschaften direkt ins Web zu lenken. In Zeiten wie diesen ein unschlagbarer Vorteil für Radio, den auch die Bruttowerbeerlöse im ersten Quartal widerspiegeln. Radio ist mit einem Plus von zehn Prozent Wachstumssieger Nummer eins (Zeitungen + 6,4 Prozent, TV -2,7 Prozent; Werbetrend Nielsen Media Research).“

Mit Blick auf die Zukunft prognostiziert Lutz Kuckuck für Audio eine stärkere Relevanz. Durch die zunehmende Breitbandverbreitung werde die Internetnutzung weiter wachsen und mit ihr der parallele Medienkonsum. „Die Radiobranche muss daher den Distributionskanal Web kontinuierlich ausbauen.“

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