Dumm gelaufen für „Capital“

Gerade erst die erste „Capital“ aus der gemeinsamen Wirtschaftsredaktion von Gruner + Jahr gelobt, da gibt es auch schon Schelte von einem Kommentator. Frank Eupener schrieb unter meinen Blog-Beitrag zur neuen „Capital“: „Jaaaaa, suuper erfahrene Leute rund um Klusi. Überraschung: Joe Ackermann will do it again till 2012! Und von den Schmalspur-Wirtschaftsjournalisten hat´s keiner gewusst, […]

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Gerade erst die erste „Capital“ aus der gemeinsamen Wirtschaftsredaktion von Gruner + Jahr gelobt, da gibt es auch schon Schelte von einem Kommentator. Frank Eupener schrieb unter meinen Blog-Beitrag zur neuen „Capital“:

„Jaaaaa, suuper erfahrene Leute rund um Klusi. Überraschung: Joe Ackermann will do it again till 2012!

Und von den Schmalspur-Wirtschaftsjournalisten hat´s keiner gewusst, geschweige denn geahnt.

Blamage!“

Ganz abgesehen davon, dass man hinterher immer schlauer ist, ist es bei der Wahl des Titelthemas für „Capital“ diesmal wirklich dumm gelaufen. Der Kommentar von Herrn Eupener ist meiner Meinung nach trotzdem unfair, denn nach allem was man hört und liest, sollte der Joe Ackermann bei der Deutschen Bank tatsächlich zu Hauptversammlung 2010 aufhören. Dass er nun noch einmal verlängert ist tatsächlich eine Überraschung. Aber egal, ob die „Capital“-Macher etwas dafür können oder nicht – am Kiosk sieht es blöd aus, wenn wochenlang ein Heft mit einer Titelgeschichte am Kiosk liegt, die von der Realität kurz nach Erscheinen überholt wurde. Sowas passiert halt und man kann die Achseln zucken und weitermachen. Bisschen schwach ist es allerdings, dass die G+J-Wirtschaftsmannschaft das Thema dann nicht wenigstens online groß aufgezogen und aktualisiert hat. Die Vertragsverlängerung von Ackermann findet sich bei capital.de nur beiläufig in einem Nebensatz zum Artikel über die Quartalsergebnisse. Die überholte Titelstory wird dagegen unverändert angeteast.

Warum nicht die Titelstory aktualisieren, umschreiben und online stellen. Samt einem Hinweis auf die neue Sachlage?

Das Beispiel zeigt aber auch die Defizite von Monatsmagazinen, die sich mit aktuell Themen wie Wirtschaft auseinandersetzen. Vielleicht ist so ein Thema wie die Nachfolgeregelung bei der Deutschen Bank gar nicht gut geeignet für ein Monatsmagazin. Vielleicht steckt da ein Tick zuviel Tageszeitungsdenke dahinter. „Brand Eins“ macht es mit den Schwerpunkt-Themen zu allgemeinen Gesellschafts- und Wirtschaftsphänomen geschickter. Aktueller Heft-Titel: „Wir lieben die Vielfalt“. Das ist immer aktuell. Irgendwie.

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