Spendenaktion soll „6vor9“ retten

Seit dem Bekannt wurde, dass die schweizer Blogwerk AG ihr Medienblog Medienlese.com einstellt, entwickelte sich eine höchst beachtenswerte Solidaraktion. Über die Charity-Plattform Betterplace.org organisiert  Sachar Kriwoj eine Spendenaktion, um zumindest die Kolumne „6vor9“ zu retten. Ähnlich wie der Branchen-Aggregtor Turi2 stellt bei „6vor9“ auch der freie Journalist Ronnie Grob jeden Werktag sechs lesenswerten Linktipps zu […]

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Seit dem Bekannt wurde, dass die schweizer Blogwerk AG ihr Medienblog Medienlese.com einstellt, entwickelte sich eine höchst beachtenswerte Solidaraktion. Über die Charity-Plattform Betterplace.org organisiert  Sachar Kriwoj eine Spendenaktion, um zumindest die Kolumne „6vor9“ zu retten.
Ähnlich wie der Branchen-Aggregtor Turi2 stellt bei „6vor9“ auch der freie Journalist Ronnie Grob jeden Werktag sechs lesenswerten Linktipps zu Medienthemen zusammen. Pünktlich sechs Minuten vor neun gehen sie online. Grobs Links beeindrucken in zweierlei Hinsicht: Erstens ist tatsächlich fast jeder lesenswert und zweitens sind die jeweiligen Text-Inhalte hervorragend zusammengefasst.

Das Ziel der Spendenaktion sind 2000 Euro. Denn dann es mit “6vor9“ weitergehen. Blogwerk-Chef Peter Hogenkamp sagt dazu: „Wenn wirklich 2000 Euro zusammen kommen, egal von wieviel Personen gespendet, legen wir den Rest drauf und stellen den Weiterbetrieb von «6 vor 9» durch Ronnie Grob für ein halbes Jahr sicher, also bis Ende Oktober 2009.“
So löblich die Spenden-Aktion auch ist, hat sie doch ein gewisses Geschmäkle. Offenbar ist es Blogwerk in drei Jahren Medienlese nicht gelungen, genügend Werbekunden für „6vor9“ zu gewinnen. Dabei scheint sich Grobs Kolumne für kleines Geld realisieren zu lassen. Wenn es die Blogwerk AG also bislang nicht geschaft hat, die monatlich vielleicht 750 Euro aufzutreiben, warum sollte es ihr dann ab Oktober gelingen? Mit der Spendenaktion würde dann das Projekt möglichweise einfach nur für ein paar Monate weiter künstlich am Leben erhalten. Das macht doch wenig Sinn.
Braucht „6vor9“, beziehungsweise Ronnie Grob und seine hervorragende Morgenarbeit, nicht eher eine neue Heimat inklusive anderer Vermarktungsmöglichkeiten? Nur wenn es neben den Spenden auch ein neues langfristiges Finanzierungskonzept für „6vor9“ gibt, hat eine Spende auch einen gewissen nachhaltigen Wert.

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