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P7S1-Eigner KKR braucht neues Kapital

Die Nachricht kann in Zeiten der Finanzmarktkrise nur bedingt überraschen: Der Private Equity-Investor Kohlberg Kravis Robert & Co (KKR), Anteilseigner von ProSiebenSat.1, braucht offenbar selbst frisches Kapital. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, habe KKR seine Aktionäre um Mittelzuflüsse von 400 bis 730 Millionen Dollar gebeten. Ob die Umverteilung der Bankkredite der hoch verschuldeteten ProSiebenSat-1-Gruppe nun weiter wie geplant erfolgt, erscheint damit fraglich.

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Die Zeiten der guten Nachrichten für ProSiebenSat.1 scheinen schon wieder vorüber. Vergangene Woche noch wurde der größte Coup der jüngeren Programmgeschichte verkündet: Niemand Geringerer als Johannes B. Kerner, jahrelang das Aushängeschild des ZDF, kehrt zu Sat.1 zurück, wo er einst seine Moderatoren-Karriere begann. Die Entscheidung könne durchaus auch finanziell motiviert sein, munkelte die Branche schnell.

Dabei sollten die Finanzen eigentlich so ziemlich das Letzte sein, womit die Münchner Senderkette in diesen Tagen wuchern kann. Auf mehr als drei Milliarden Euro ist die Schuldenlast angeschwollen – allein 250 Millionen Euro muss der  MDax-Konzern jedes Jahr zur Bedienung der Schulden aufwenden. Das ist mehr als ProSiebenSat.1 im letzten Jahr überhaupt verdient hat.

Mittelzuflüsse erwünscht: KKR möchte 400 bis 730 Millionen Dollar

Die Lage ist also desolat – und sie könnte sich bald noch mehr verschärfen. Denn nur solange die Konzernmütter Permira und KKR die weiter die nötigen Kredite garantieren, bleibt ProSiebenSat.1 handlungsfähig.

Das jedoch ist offenbar nicht gesichert. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung in der heute erschienenden Ausgabe berichtet, drücken den Private Equity-Investor KKR nämlich selbst Geldsorgen. Um frisches Kapital in Höhe von 400 bis 730 Millionen Dollar hat die amerikanische Beteiligungsgesellschaft seine Aktionäre offenbar gebeten, berichtet die „FAZ“.  

Mittelzuflüsse erwünscht: KKR möchte 400 bis 730 Millionen Dollar

Das Kapital dürfte KKR jedoch in erster Linie für seinen Beteiligungsfonds Annex benötigen, mit dem der US-Private-Equity-Investor auch in ProSiebenSat.1 investiert ist. Ob Investoren jedoch in Zeiten der Finanzmarktkrise bereit sind, in die drastisch sinkenden Werte der Beteiligungen zu investieren, erscheint, fraglich. „Das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden“, zitiert die „FAZ“ Marktexperten aus Finanzkreisen.

Für ProSiebenSat.1 sind das beunruhigende Nachrichten: „Selbst wenn es KKR gelingen sollte, frisches Kapital zu beschaffen, ist unklar, ob die Beteiligungsgesellschaft dieses in einen Nachschuss für die klamme Sendergruppe investiert“, folgert die „FAZ“.

Sollten die finanziellen Spielräume für KKR selbst eng werden, erscheint auch ein Verkauf der ProSiebenSat.-1-Beteiligung nicht mehr ausgeschlossen. Als möglicher Käufer wird dafür reflexartig immer wieder ein Name genannt: Axel Springer. Der SDax-Konzern hat sich seit 2005 mehrfach um die Übernahme bemüht, wurde aber kartellrechtlich ausgebremst.

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