Nackter Pocher, zarter Diekmann

Der bunte MEEDIA-Medienstrauß der Woche: Ein fast nackter Oliver Pocher erfährt „Shrinkage“ bei „stern TV“, das „manager magazin“ lag ausnahmsweise mal daneben im Nachrichten-Lotto, der „Spiegel“ punktet mit seinem Neuzugang Markus Grill, „Capital“ erscheint erstmals druckfrisch aus Gruners Wirtschaftsjournalismus-Fabrik und „Bild“-Chef Kai Diekmann gab den „Harten und den Zarten“. Zart war er ausgerechnet zu seinem Chef-Kritiker Stefan Niggemeier.

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Die zwei Gesichter des „Bild“-Chefs Kai Diekmann konnte man in dieser Woche sehen. Der Harte und der Zarte. Jedenfalls wenn das stimmt, was „werben & verkaufen“ online über ihn berichtet. So soll er die Berufung von Christian Schommers zum Vize-Chefredakteur bei der „Sport Bild“ verhindert haben. Seine Position als Herausgeber der „Sport Bild“ habe es möglich gemacht. Er sei nicht über die Personalie informiert gewesen, heißt es dazu bei wuv.de. Nun muss „Schommi“ bis auf weiteres als „Sport Bild“-Berater in München hocken. Und „Sport Bild“-Chefredakteur Alexander Steudel bekam auf eindrucksvolle Weise gezeigt, wer im Hause „Bild“ die Hosen an hat. Vorausgesetzt natürlich, das stimmt so. Das charmante Gesicht des „Bild“-Chefs, ja, auch das gibt es, zeigte er dagegen im „Interview ohne Worte“ im Magazin der „Süddeutschen Zeitung“. Auf die Frage nach seinem Großkritiker Stefan Niggemeier kuschelte Diekmann mit einem „Herz für Kinder“-Bären. Niggemeier fand es „ein bisschen eklig, aber lustig“.

Verloren im Nachrichten-Lotto hat in dieser Woche ausgerechnet das „manager magazin“. Anfang der Woche meldete das Magazin noch exklusiv die Rückkehr alter Weggefährten zum alten Neu-Verleger Dieter von Holtzbrinck. Die Verlagsgruppe Holtzbrinck würde nun die andere Hälfte am Online-Buchhändler bol.com von der Verlagsgruppe Weltbild kaufen wollen, hieß es weiter. Ende der Woche ist aus der Kaufabsicht ein Verkauf geworden. Holtzbrinck und Weltbild verkaufen beide ihre bol.com-Anteile für kolportierte rund 100 Mio. Euro an einen holländischen Investmentfonds. Dumm gelaufen.

Gepunktet hat der „Spiegel“ in dieser Woche mit seiner Titelgeschichte zum Thema Risiko Vorsorgeuntersuchung. Ein heikles Thema von Star-Journalist Markus Grill prima recherchiert und fesselnd aufgeschrieben. Es war die erste Titel-Story, die der ehemalige „stern“-Mann beim „Spiegel“ beigesteuert hat und gleich ein journalistischer Volltreffer. Vermisst eigentlich noch jemand Stefan Aust als „Spiegel“-Chef? Aust hat einen sehr guten „Spiegel“ gemacht, aber offenbar läuft auch alles ohne ihn ganz gut. Und was ist mit „Capital“? In dieser Woche erschien die erste Ausgabe druckfrisch aus der Wirtschafts-Journalistenfabrik von Gruner + Jahr. Die Magazin-Fabrikware schmeckte aber ganz vorzüglich. Ein dickes, tolles Heft ist die erste „Capital“-Nummer von „FTD“-Chef Steffen Klusmann und seinem Team geworden. Aller Skepsis zum Trotz. Was man daraus lernen kann? Vielleicht, dass gute Hefte weniger das Ergebnis genialischer Eingebungen einzelner Alpha-Tiere sind, sondern von jedem gemacht werden können, der sein Handwerk versteht und mit Herz und Verstand bei der Sache ist.

Mit vollem Körpereinsatz und ohne Hose gab die neue Sat.1-Hoffnung Oliver Pocher seinen künftigen Chefs diese Woche bei „stern TV“ einen Vorgeschmack dessen, was da kommen mag. in Günther Jauchs Sendung entkleidete sich Pocher bis auf einen knapp bemessenen String-Tanga und stürzte sich in ein Schwimmbecken. Als er hinterher dem offenbar kalten Wasser entstieg bedeckte Günther Jauch Pochers Lendengegend mit einer Moderationskarte. Jauchs Kommentar: „Diese lächerliche Karte reicht, um alles zu bedecken.“ Erinnert sich noch jemand an die Folge der Sitcom „Seinfeld“ mit dem Titel „The Shrinkage“? Passt ganz gut dazu.

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