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Microsoft schrumpft erstmals in 35 Jahren

Trübe Zeiten in Redmond: Der weltgrößte Software-Hersteller Microsoft musste bei Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen wie erwartet der Finanzmarktkrise Tribut zollen. Historisch ist das Ausmaß trotzdem: Erstmals in der Firmengeschichte gibt Microsoft sinkende Umsätze bekannt. Die Gewinne brachen mit einem Minus von 27 Prozent regelrecht ein – allerdings war der Rückgang zum Löwenanteil außerordentlichen Belastungen wie dem Arbeitsplatzabbau geschuldet.

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Es war eine undankbare Aufgabe: Ausgerechnet einen Tag nach dem ewigen Rivalen Apple, der seit der Rückkehr von Gründer Steve Jobs ein so furioses Comeback hingelegt hat, musste der zuletzt immer trägere Software-Riese Microsoft sein Zahlenwerk vorlegen.
Der ewig junge Vergleich der beiden Veteranen der Computerindustrie sollte dann auch tatsächlich mit einer besonderen Note daherkommen. Während Apple gestern nach Handelsschuss erneut ein Rekordquartal vorlegte, musste Microsoft heute einen historischen Tiefschlag bekanntgeben: Erstmals in der 35-jährigen Firmengeschichte sanken nämlich die Umsätze.

Sonderposten verhageln die Gewinne


Der Aderlass war nicht dramatisch, doch mehr als nur marginal sichtbar: Um immerhin sechs Prozent gaben die Erlöse des noch immer wertvollsten Technologiekonzerns der Welt auf 13,65 Milliarden Dollar nach – Analysten hatten noch mit 14,1 Milliarden Dollar gerechnet.  

Weitaus drastischer fiel der Einbruch beim Gewinn aus: Nach 4,39 Milliarden Dollar oder 47 Cents je Aktie im Vorjahr verdiente Microsoft unterm Strich zwischen Januar und März nun „nur“ noch  2,98 Milliarden oder 33 Cent je Aktie. Analysten hatten mit 39 Cent je Aktie gerechnet. Allerdings wird Ergebnis durch Sonderposten wie dem im Dezember angekündigten Arbeitsplatzabbau und Abschreibungen belastet.

Positive Fußnote: Umsatz-Ausblick leicht angehoben

„Wir erwarten zumindest im laufenden Quartal noch Schwäche“,  kommentierte Microsoft Finanzchef Chris Liddel die laufenden Geschäfte. Gleichzeitig konnte Microsoft Anlegern aber doch noch eine positive Nachricht mit auf den Weg geben. So hob der im Dow Jones gelistete Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2009 leicht von 26,7 auf 26,9 Milliarden Dollar an.

Aktionäre reagierten darauf positiv und schickten die Microsoft-Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent auf 19,50 Dollar nach oben. Mit einer Marktkapitalisierung von 175 Milliarden Dollar ist Microsoft damit immer noch um knapp 60 Prozent höher bewertet als der einstige Rivale Apple.

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