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Gema: „Katastrophale“ Einnahmen im Web

Die Zahl der legalen Musik-Plattformen im Netz steigt stetig. Zeitgleich brechen die Einnahmen der Gema aber immer stärker ein. So konnte die Verwertungsgesellschaft im vergangenen Jahr ihren Gewinn bei den elektronischen Medien nur um 1,4 Prozent auf 7,3 Millionen Euro steigern. Prägnantes Fazit des Gema-Chefs Harald Heker: Das ist ein "katastrophal niedriges" Ergebnis. Vor allem die fehlende Bereitschaft vieler Web-Anbieter – wie YouTube – angemessene Vergütungen zu zahlen, ärgert Heker.

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Auf die Goolge-Tochter ist der Gema-Chef gar nicht gut zu sprechen. Mitte 2008 hatte die Verwertungsgesellschaft mit YouTube einen Übergansvertrag geschlossen, der ein Jahr später durch eine dauerhafte Lösung ersetzt werden sollte. Der Kontrakt soll die Vergütung aller von YouTube gestreamten Clips regeln. Doch mitten in den Verhandlungen brach die Web-Plattform – laut Heker – „völlig überraschend“ die Gespräche ab. Die Google-Tochter weigert sich der Gema genaue Angaben über die genutzten „Musikwerte“ und die Anzahl der Streams zu liefern.

Diese Daten sind für die Verwertungsgesellschaft der wichtigste Rohstoff. Schließlich „können und dürfen wir uns nicht mit einer Pauschalzahlung abspeisen lassen“, zitiert Heise Online Heker. Es gehe dabei „ums Prinzip“, nicht um das große Geld. Im Vergleich zu Radio- und Fernsehsendern, sind die von Google geforderten Lizenzgebühren extrem niedrig. „YouTube liegt ein schriftliches Angebot von nur einem Cent pro Stream vor“.

Heker wirft YouTube vor „gegenüber der Öffentlichkeit mit der Unwahrheit gearbeitet“ zu haben. Die Clip-Plattform behauptet, dass die Gema zwölf Cent pro Stream gefordert habe. Als Konsequenz daraus kündigte Google an hunderttausende von Musik-Videos zu sperren. Pikant: Heker sagte gegenüber Heise.de, dass der Gema „keine Erkenntnisse“ vorliegen, „dass tatsächlich Videos von YouTube herausgenommen worden sind“.

Insgesamt ist das Jahresergebnis der „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“ keine erfolgreiche Bilanz. So erwirtschaftete man 2008 einen Gesamtertrag von 823 Millionen Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 3,1 Prozent. Den Rechteinhabern wird die Gema rund 700 Millionen Euro überweisen, also 3,9 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Wichtigster Einnahmeposten sind Tonträger, Datenträger, Online und Ruftonmelodien mit insgesamt 186,8 Millionen Euro. Das bedeutet im Vergleich zu 2007 ein herbes Minus von um 15,3 Prozent auf 186,8 Millionen Euro. Alleine bei den CDs und DVDs beträgt das Minus sogar 17,4 Prozent.

Eine Erfolgsgeschichte dagegen ist für Heker bislang der Kampf gegen Internetpiraterie. Die Gema hat mittlerweile über 20 Verfahren geführt, die alle im Sinne der Autoren entschieden worden.

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