Anzeigenumfänge bleiben im Keller

Auch im April wurden laut ZAS in Deutschlands Publikumszeitschriften wesentlich weniger Anzeigen gedruckt als im Vorjahr. Mit einem monatlichen Minus von 17,0% sah es zwar wieder ein bisschen besser aus als im bisherigen Horrormonat Februar (-23,1%), doch die Verluste im Gesamtjahr rutschten von -16,5% auf -16,6% noch einmal nach unten. Besonders bitter sieht es dabei für die wöchentlichen Magazine "Spiegel", "stern" und "Focus" aus, die zwischen 28,4% und 34,1% verloren.

Anzeige

Das ist besonders erschreckend, weil die drei Magazine laut Nielsen Media Research die deutschen Zeitschriften sind, die am meisten Geld mit Werbung umsetzen. Wenn sie also so drastisch verlieren, geht es der ganzen Branche schlecht. Für den „Spiegel“ war der April sogar der bisher schlechteste Monat des Jahres. Allein im April wurden laut der am Freitag veröffentlichten Zahlen der Zentralen Anzeigenstatistik (ZAS) 182,5 Anzeigenseiten gedruckt, im Vorjahresapril waren es noch 299. Ein Rückgang von 29,0%. Im Gesamtjahr rutschte „Der Spiegel“ damit von -23,5% nach dem März auf nun -28,4%. Der „stern“ verschlechterte sich ebenfalls ein weiteres Mal – von -28,6% auf nun -30,1% und der „Focus“ schlidderte von einem Rückgang von 33,3% auf nun 34,1%.

Die drei großen Magazine stehen mit ihren dicken Anzeigenumfang-Verlusten aber längst nicht allein da. Aus den 20 Umsatz-Giganten der Publikumszeitschriftenbranche gelang es lediglich dem Supplement „rtv“, über den Zahlen des Vorjahres zu bleiben. Alle anderen 18 – die Zahlen der „freundin“ sind wegen eine Doppelnummer zum Jahreswechsel nicht mit denen des Vorjahres vergleichbar – haben verloren. 17 der 18 Titel sogar mehr als 10%. Nur die Verluste der „Bild am Sonntag“ liegen mit 3,3% noch in einem vergleichsweise positiven Rahmen:

In der Top Ten der Zeitschriften, deren Anzeigenumfänge laut ZAS bisher am deutlichsten nach unten gerauscht sind, finden sich neben den drei wöchentlichen Magazinen vor allem Wirtschafts- und Computertitel. So gingen der „Wirtschaftswoche“ heftige 36,6% der Anzeigen aus dem Jahr 2008 verloren, dem „Manager Magazin“ sogar 41,1%. Die „PC-Welt“ verlor 37,7% und „Chip“ dramatische 45,8%:

Im Vergleich zu den dicken roten Zahlen der Verlierer-Top-Ten wirken die Zahlen der Gewinner wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Büßten die Verlierer zwischen 150 und 350 Anzeigenseiten ein, reichen für einen Platz in der Gewinner-Top-20 ganze 23 hinzugewonnene Seiten. Für die betroffenen Titel sind die Zuwächse in diesen Krisenzeiten aber natürlich ein Grund zur Freude. Angeführt wird die Top Ten von der „Ausgabe Ost“ des TV-Supplements „rtv“ und dem Billig-Programmie „TV Klar“, dahinter folgen der gerelaunchte „Prinz“, die „Frau im Spiegel“ und der Auflagengewinner „LandLust“:

Auf genaue Zahlen aus den einzelnen Zeitschriftensegmenten verzichten wir, da die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen hier zu oft nicht gegeben ist. Zusammenfassend bestätigt sich aber auch hier das Bild, dass die Verliererlisten schon angedeutet haben: Die größten Verluste gibt es bei den aktuellen Magazinen, sowie den Wirtschafts- und den Computerzeitschriften. Erwähnenswerte Gewinne sind hingegen in keinem wirklich bedeutenden Segment zu verzeichnen.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige