Springer verschenkt Aktien an Mitarbeiter

Springer-Chef Mathias Döpfner hat bei der Hauptversammlung ein groß angelegtes Aktienprogramm für Mitarbeiter angekündigt. Bis zu 8.000 Springer-Angestellte bekommen jeweils vier Aktien geschenkt. Darüber hinaus können 1.200 Mitarbeiter ihren Jahresbonus zur Hälfte oder komplett als Aktien erhalten. Springer legt dann nochmal was drauf. Auch die Aktionäre gehen nicht leer aus. Angesichts der Rekordzahlen 2008 schlugen Vorstand und Aufsichtsrat die Rekordividende von 4,40 Euro pro Aktie vor.

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Davon profitieren natürlich nicht zuletzt der große Vorsitzende Döpfner und Verlegerwitwe Friede Springer in besonderem Maße, da beide große Aktienpakete halten. Wer von den berechtigten Mitarbeitern seinen Jahresbonus komplett in Aktien anlegt, bekommt vom Konzern noch mal 30 Prozent obendrauf. Wer seinen Bonus zur Hälfte in Aktien anfordert, bekommt immerhin 15 Prozent dazu. Allein die vier Gratisaktien pro Mitarbeiter kosten den Konzern bei 8.000 Berechtigten und derzeit rund 58 Euro pro Aktie ca. 1,8 Millionen Euro.

Döpfner referierte vor den Aktionären nochmals die bekannten Rekordzahlen für 2008, das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte, wie er sagte. Der Gewinn war auf 571 Millionen Euro gestiegen, der Umsatz auf 2,7 Milliarden Euro. Die „Bild“-Gruppe erzielte, nicht zuletzt Dank einer erneuten Preiserhöhung, das sechste Rekordergebnis in Folge und auch die „Welt“-Gruppe konnte ihren Gewinn nochmals steigern.

Laut Döpfner stammen bereits aktuell 14 Prozent des Umsatzes bei Axel Springer aus digitalen Geschäften. Spätestens in zehn Jahren sollen es mindestens 50 Prozent sein. Er wiederholte seine Ankündigung, demnächst antizyklisch zukaufen zu wollen. Möglich seien sowohl Online-Investitionen als auch Zukäufe bei Zeitungen. „Die Zeitung wird viel länger bestehen bleiben, als diejenigen glauben, die jetzt das Totenglöcklein läuten“, sagte Döpfner. Und weiter: „Eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte ist eine gute Geschichte. Auf Papier und im Netz. Und wir glauben, dass der Inhalt wichtiger ist als der Vetriebskanal. Dass der Geist die Materie bestimmt – und nicht umgekehrt.“

Außerdem lobte Döpfner sich und seine Vorstandskollegen für den geringen Schuldenstand des Unternehmens. „Ich erinnere mich noch gut, wie wir noch vor einem Jahr auf unseren Roadshows von Investoren immer wieder wegen unserer geringen Verschuldung kritisiert wurden. Das sei eine ineffiziente Kapitalstruktur.“ Ihm habe dagegen der „gesunde Menschenverstand“ gesagt: „Weniger Schulden ist besser als mehr Schulden.“ Mag sein. Allerdings war es nicht allein der Weitblick des Vorstandes, der die Axel Springer AG weitgehend schuldenfrei hielt, sondern auch der Mangel an Gelegenheiten zum Geldausgeben. Hätten die Kartellbehörden seinerzeit die Übernahme der ProSiebenSat.1 Media AG durch Axel Springer genehmigt, sähen Bilanz und Schuldenstand des Medienhauses anders aus.

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