Sauberer Start für Klusmanns „Capital“

Im Impressum der sehnsüchtig erwarteten ersten „Capital“-Ausgabe der neuen fusionierten G+J-Großwirtschaftsredaktion steht‘s schwarz auf weiß: Redaktion: G+J Wirtschaftsmedien GmbH, Sprecher des Chefredakteurskollegiums: Steffen Klusmann. Der „FTD“-Chef und „Capital“-Chef in Personalunion grüßt auch im Editorial. Dort erläutert er einige der Änderungen am Heft. So wurde der Unternehmensteil nach vorne geholt, es gibt eine Reihe neuer Kolumnen […]

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Im Impressum der sehnsüchtig erwarteten ersten „Capital“-Ausgabe der neuen fusionierten G+J-Großwirtschaftsredaktion steht‘s schwarz auf weiß: Redaktion: G+J Wirtschaftsmedien GmbH, Sprecher des Chefredakteurskollegiums: Steffen Klusmann. Der „FTD“-Chef und „Capital“-Chef in Personalunion grüßt auch im Editorial. Dort erläutert er einige der Änderungen am Heft. So wurde der Unternehmensteil nach vorne geholt, es gibt eine Reihe neuer Kolumnen und das Heft wird abgeschlossen von der neuen Glosse „Miss Moneypenny“. Laut Klusmann ein „spitz und launig formulierter Beitrag“. Wenn man die Umschreibung „launig formuliert“ liest, schrillen die Alarmglocken der Stil-Polizei. Zurecht. Die Glosse gehört zum Schwächsten an der neuen „Capital“. Vielleicht ist auch einfach nur mein Wirtschafts-Horizont zu beschränkt, um sie zu verstehen.

Ansonsten haben Klusmann und sein Team ein sehr ordentliches erstes Heft hingelegt. Tolle Titel-Geschichte über das Nachfolge-Rennen bei der Deutschen Bank und die Erblasten, die Josef Ackermann hinterlässt. Prima Idee, indische Unternehmer außer Ratan Tata vorzustellen. Schönes Interview mit Daimler-Chef Dieter Zetsche. Die Reihe ließe sich fortsetzen. Das neue „Capital“ ist grundsolide, um das mindeste zu sagen. An einigen Stellen ist es sogar richtig gut.

Aber was haben wir (ich möchte mich da durchaus einschließen) auch erwartet: Ein dürres Heftlein, das von einem demoralisierten Häufchen Rest-Redakteur in Hamburg in letzter Sekunde notdürftig zusammengetackert wurde? Es sind halt doch Leute, die ihr Handwerk verstehen am Werk und Klusmann hat mit seiner Riesen-Redaktion ein prima Produkt abgeliefert. Das muss man anerkennen. Natürlich war der Redaktion bewusst, dass das erste Heft mir Argusaugen analysiert werden würde. Der Wille, es den Kritikern zu zeigen, man große Kräfte für den Auftakt mobilisiert haben. Ob das Experiment Gemeinschaftsredaktion auf der Langstrecke so gut funktioniert wie beim Start, ist noch nicht erwiesen. Den Start aber haben, haben Klusmann und seine Leute schon mal sauber hinbekommen.

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