Yahoo: Weitere 700 Jobs gehen verloren

Sorgenkind Yahoo hat mit seinen Geschäftsdaten für das abgelaufene erste Quartal ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen vorgelegt. 118 Millionen Dollar oder 8 Cent je Aktie verdiente der Internet-Pionier im Dreimonatszeitraum Januar bis März – im Vorjahr waren es noch 78 Prozent mehr gewesen. Der Einbruch war von Analysten allerdings erwartet worden. Die neue Vorstandsvorsitzende Carol Bartz versucht Führungsstärke zu demonstrieren – und feuert noch einmal fünf Prozent der Belegschaft.

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Nicht ganz so schlecht wie erwartet ist manchmal richtig gut: Das ist das Fazit, das Anleger nach Verkündung der jüngsten Quartalszahlen von Yahoo gezogen haben. Nachdem das Papier im regulären Handel bereits 5 Prozent zugelegt hatte, schickten Aktionäre Yahoo nach Handelsschluss um weitere 5 Prozent auf 15 Dollar nach oben.

Vorausgegangen war ein solides Quartal, das im Rahmen der Erwartungen lag. Bei Umsätzen von 1,58 Milliarden Dollar verdiente das Internetportal immerhin noch 118 Millionen Dollar. Das entsprach einem von Minus 13 Prozent bei den Umsätzen und 78 Prozent bei den Gewinnen. Allerdings machten daran im Vorjahreszeitraum Zuflüsse aus dem Börsengang der Beteiligung Alibaba.com mit 401 Millionen Dollar auch den maßgeblichen Anteil aus; nach Sondereffekten gingen die Erträge nur um 13 Prozent zurück.

Umsätze und Gewinne gehen zweistellig zurück

Das gilt auch für die Umsätze, die nur noch bei 1,58 Milliarden Dollar lagen. Im ersten Quartal 2009 hatten sie sich noch auf 1,82 Milliarden Dollar belaufen. Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet, ihn jedoch mit Erlös-Schätzungen von 1,65 Milliarden Dollar weniger stark taxiert.

„Yahoo ist nicht immun gegen die  wirtschaftliche Abwärtsentwicklung“, gestand die Vorstandsvorsitzende Carol Bartz ein. „Die Wirtschaftslage bleibt eine große Herausforderung für uns.“ Gleichzeitig biete Yahoo aber weiter eines der wettbewerbsfähigsten Werbeumfelder im Internet, bekräftigte Bartz.

Dritte Kündigungswelle: Weitere 5 Prozent müssen gehen

Neues zum Stand der schier unendlichen Gerüchte um einen möglichen Verkauf oder eine Kooperation mit Microsoft wollte Bartz nicht weiter kommentieren. Man unterhalte sich konzeptionell, erklärte die 60-Jährige.

Fakten schuf die neue starke Frau bei Yahoo indes in einem anderen Bereich: Das Internetportal werde sich nochmals von 700 Arbeitnehmern bzw. 5 Prozent der Belegschaft trennen, verkündete Bartz im Conference Call. Die betroffenen Mitarbeiter würden in den kommenden zwei Wochen informiert werden, hieß es.

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