VDZ-Tarifvertrag erlaubt Gehaltskürzungen

Der Verband der Zeitschriftenverleger (VDZ) hat sich mit den Journalistengewerkschaften DJV und DJU (gehört zu Verdi) auf einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung geeinigt. Konkret heißt das: Um Entlassungen wegen rückläufiger Umsätze zu vermeiden, können Betriebsräte bei Zeitschriften-Verlagen ab sofort Gehaltskürzungen für Redakteure aushandeln, die sogar den geltenden Manteltarif unterschreiten. Es handelt sich also um eine Art Krisen-Tarifvertrag, der allerdings bis Ende 2010 befristet ist.

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Neben dem Jahresgehalt können auch Sonderleistungen, wie das Urlaubsgeld gekürzt oder gar gestrichen werden. Damit sollen Verlage flexibel auf die Einbrüche im Anzeigengeschäft reagieren können, ohne gleich Personal in großem Stil abzubauen. Wenn Redakteursgehälter gekürzt werden, soll laut dem neuen Tarifvertrag auch die Arbeitsleitung entsprechend reduziert werden. In vielen Medienhäusern lässt sich eine Reduzierung der Arbeitsleitung in der Praxis freilich nicht ohne weiteres durchsetzen. Wenn Anzeigen-Erlöse wegbrechen, bedeutet das nicht automatisch, dass die Journalisten weniger Arbeit haben.

Die Kürzungen sind jedoch nur für zwölf Monate möglich, Volontäre sind von der Regelung ausgenommen. Wenn es der Betriebsrat fordert, muss der betroffene Verlag die Rückgänge bei Anzeigen- und Vertriebserlösen zur einen Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater testieren lassen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass sich die Verlagshäuser nicht zu Ungunsten ihrer Mitarbeiter „arm rechnen“.

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