ProSieben-Dienstag immer schwächer

Die ProSieben-Chefs müssen sich allmählich Gedanken machen, ob sie an ihrem Dienstagabend nicht etwas Fundamentales ändern. So wie jetzt kann es zumindest nicht mehr allzu lang weitergehen. Alle Formate zwischen 20.15 Uhr und 23.10 Uhr fielen auf neue Negativrekorde: "WipeOut" auf miese 8,2%, "Die einzig wahren Hochzeitscrasher" auf 6,6%, "Switch Reloaded" auf 6,4% und "Der kleine Mann" auf desaströse 4,9%. Gewonnen hat den Dienstag hingegen wie immer "Dr. House".

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3,43 Mio. 14- bis 49-Jährige sahen den RTL-Serienhit diesmal – gewohnt starke 27,6% in der Zielgruppe. Zum Vergleich: ProSiebens „WipeOut“ sahen parallel dazu ganze 0,93 Mio. Hinter den weiteren RTL-Serien „CSI: Miami“, „Monk“ und „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ folgt in den Tages-Charts der stärkste RTL-Konkurrent, der diesmal im Ersten lief. Dabei handelt es sich natürlich um das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Leverkusen und Mainz, das immerhin 1,57 Mio. 14- bis 49-Jährige der Konkurrenz vorzogen. Im Gesamtpublikum gewann das Match mit 5,52 Mio. Fans sogar klar vor den RTL-Serien. Auch Sat.1 kann zufrieden sein: „Wie küsst man einen Millionär?“ landete mit 1,30 Mio. jungen Zuschauern bei soliden 11,0%. In der zweiten Privat-TV-Liga setzte sich RTL IIs „Zuhause im Glück“ gegen die Konkurrenz durch: Mit 0,93 Mio. 14- bis 49-Jährigen und 7,9% blieb die Doku-Soap in den Tages-Charts sogar vor der versammelten ProSieben-Prime-Time. Vox erzielte mit „Goodbye Deutschland!“ hingegen desaströse 4,4%. kabel eins erging es deutlich besser: „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ kletterte auf gute 6,4%.

Die Dienstags-Quoten in der Detail-Analyse:

RTL: Der Dienstag bleibt Aushängeschild
(12-Monats-Durchschnitt: 16,0% / Dienstag: 19,9%): Wie groß die RTL-Dominanz in der Zielgruppe auch an diesem Dienstag war, zeigt ein Blick auf die Tages-Top-Charts. Auf den ersten neun Plätzen des Rankings finden sich sieben RTL-Formate. Nebenden Quoten-Giganten „Dr. House“, „CSI: Miami“ und „Monk“, die alle wieder deutlich über die 20%-Marke sprangen, zogen auch „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, „Law & Order“, „RTL aktuell“ und „Alles was zählt“ in die Top Ten ein.

ProSieben: Sturz unter die 10%-Marke
(12M: 11,7% / Di: 9,3%): Dank der Katastrophen-Quoten in der Prime Time rutschte ProSieben in der Tageswertung auf miserable 9,3% und damit auch meilenweit hinter Sat.1. Die Hiobsbotschaften für „WipeOut“, „Die einzig wahren Hochzeitscrasher“, „Switch Reloaded“ und „Der kleine Mann“ haben wir bereits überbracht, doch auch danach blieben „TV total“ und „Axel! will’s wissen“ noch unter der 10%-Marke. Besser lief es nur vor 20.15 Uhr – u.a. mit 14,3% für „Taff“ und 15,6% für „Die Simpsons“.

Sat.1: Top-Quoten mit Mietnomaden
(12M: 10,6% / Di: 11,7%): Den höchsten Marktanteil des Abends bescherte Sat.1 die Reihe „24 Stunden“. Mit dem Thema „Die Kaputt-Wohner – Albtraum Mietnomaden“ sprang sie auf gute 12,6%. Ebenfalls zufrieden sein kann der Sender mit den 11,0% für „Wie küsst man einen Millionär?“, das Klassenziel nicht erreicht hat hingegen Ulrich Meyers „Akte 09“ mit 9,8%. Am Trash-Nachmittag sprangen diesmal sogar zwei Formate über die 20%-Marke: „Richter Alexander Hold“ mit 20,1% und „Niedrig und Kuhnt“ mit 20,0%.

Vox: Goodbye „Goodbye Deutschland!“?
(12M: 7,3% / Di: 6,1%): Für die Auswanderer-Doku-Soap „Goodbye Deutschland!“ wird es allmählich wirklich eng. Nachdem in diesem Jahr ohnehin nur zwei Ausgaben der Doku-Soap über die Sendernormalwerte sprangen, fiel die Reihe diesmal mit 4,4% auf einen neuen Jahres-Tiefstwert. Auch die folgenden Sendungen wurden davon in Mitleidenschaft gezogen, die „stern TV Reportage“ und das „Spiegel TV Extra“ blieben mit 6,5% und 6,0% nämlich ebenfalls unter den Vox-Normalwerten hängen. Zweistellige Zahlen erreichte lediglich „Das perfekte Dinner“ mit 10,3%.

Das Erste: Kein Aufschwung bei „Eine für alle“
(12M: 7,4% / Di: 8,6%): Die neue Vorabendserie „Eine für alle – Frauen können’s besser“ blieb auch an ihrem zweiten Tag weit hinter den Erwartungen zurück. Mit 5,3% bei den 14- bis 49-Jährigen blieb sie in etwa auf dem Montags-Niveau, mit 6,5% im Gesamtpublikum verlor sie dort sogar noch deutlich. Besser lief es für die Soaps „Verbotene Liebe“ und „Marienhof“, die in der am Vorabend auch für Das Erste werberelevanten Zielgruppe 9,2% und 9,9% holten. Über die 10%-Marke sprangen der „Sturm der Liebe“ mit 11,4%, die 20-Uhr-„Tagesschau“ mit 12,1% und das DFB-Pokal-Halbfinale mit 13,9%.

ZDF: Deutliches Plus für „Die Windsors“
(12M: 7,0% / Di: 5,6%): Die ZDF-Porträtreihe „Die Windsors“ hat sich mit Folge 2 deutlich verbessert. Erreichte sie am vergangenen Dienstag nur 9,3% im Gesamtpublikum und 6,0% bei den 14- bis 49-Jährigen, waren es diesmal wesentlich bessere 14,2% und 7,7%. Ähnliche Zahlen erreichten zuvor auch „Die Rosenheim-Cops“, gut lief es im jungen Publkum später auch noch für die „37 Grad“-Reportage „Leben auf Pump“ (7,3%) und „Johannes B. Kerner“ (7,2%). Nicht ganz so gut erging es zwischendurch „Frontal 21“ mit 6,1%.

RTL II: „Zuhause im Glück“ konnte den tag nicht retten
(12M: 6,2% / Di: 5,9%): Trotz guter 7,9% für die Prime-Time-Doku-Soap „Zuhause im Glück“ blieb RTL II in der Tageswertung bei 5,9% hängen. Grund u.a.: die mittelmäßigen bis schwachen Zahlen der folgenden Programme. So blieb „Exklusiv – Die Reportage“ mit 5,8% und 6,1% unter den RTL-II-Normalwerten, „Dog, der Kopfgeldjäger“ erzielte sogar nur 4,2% und 4,5%. Deutlich bessere Werte ergatterten am Vorabend „Big Brother“ mit 8,4%, sowie die Comedyserien „Hinterm Sofa an der Front“ (8,1%) und „Still Standing“ (8,9%).

kabel eins: Goldie Hawn beflügelt den Abend
(12M: 5,6% / Di: 6,2%): Der mittlerweile fast 20 Jahre alte Film „Ein Vogel auf dem Drahtseil“ begeistert immer noch eine ansehnliche Zahl von Leuten. 760.000 14- bis 49-Jährige zogen den Klassiker am Dienstagabend all den Serien und Fußball-Übertragungen vor und bescherten kabel eins damit einen starken Marktanteil von 6,4%. Nicht ganz so gut ging es allerdings danach weiter – u.a. mit 5,0% für „Abenteuer Leben“ und „K1 Discovery“. Noch stärker als sonst lief die Comedyschiene in der Mittagszeit: Zwischen 10.25 Uhr und 15 Uhr blieben alle zehn Serien-Episoden von „Two and a Half Men“, „Eine schrecklich nette Familie“ und „King of Queens“ über der 10%-Marke. „Two and a Half Men“ holte um 13.40 Uhr sogar 16,8%.

Die kleineren Sender: Guten Zahlen für die Öffentlich-Rechtlichen
Die besonders erwähnenswerten Quoten der kleineren Sender stammen diesmal allesamt von öffentlich-rechtlichen Kanälen. Die meisten 14- bis 49-jährigen Zuschauer ergatterte dabei das WDR-Magazin „Quarks & Co.“, das mit 0,40 Mio. auf tolle 3,2% sprang. Knapp unter der 3%-Marke, aber weit über den Sendernormalwerten blieben „Die Wolke“ im NDR Fernsehen mit 2,8% und der „Tatort“ im SWR Fernsehen mit 2,7%. Vor 20 Uhr überzeugten zudem Zeichentrick-Klassiker „Wickie… und die starken Männer“ mit 5,3% im KI.KA, sowie die Doku-Reihe „Sphinx“ mit 4,1% bei 3sat.

Das Gesamtpublikum: Konkurrenzloser Fußball
Der DFB-Pokal-Sieg von Bayer Leverkusen hat am Dienstag die meisten Zuschauer begeistert. 5,52 Mio. saßen im Durchschnitt während der 120 Minuten vor dem Fernseher – deutlich mehr als bei den RTL-Serien „Dr. House“ und „CSI: Miami“, die mit 4,85 Mio. und 4,71 Mio. Sehern die Plätze 2 und 3 belegen. Dahinter folgen dann die 20-Uhr-„Tagesschau“ und die ZDF-Reihe „Die Windsors“. Zuschauerstärkste Nicht-ARD-ZDF-RTL-Sendung war der Sat.1-Film „Wie küsst man einen Millionär?“ mit 2,65 Mio. Sehern auf Rang 16, ProSiebens Prime-Time-Chaos-Truppe findet sich hingegen erst auf den Plätzen jenseits der Top 40. Selbst der „Tatort“ im SWR Fernsehen hatte mit 1,44 Mio. Zuschauern mehr Publikum als ProSiebens „WipeOut“ (1,35 Mio.).

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