Die Rückkehr der alten Holtzbrinck-Helfer

Kaum hat Alt-Verleger Dieter von Holtzbrinck "Zeit", "Handelsblatt" und "Tagesspiegel" zurück, schart er alte Weggefährten um sich. Michael Grabner wurde von ihm mit einem Berater-Vertrag ausgestattet. Grabner stand lange Jahre in Diensten Holtzbrincks, hatte die Gruppe als Vize-Vorsitzender geprägt und die Verlagsgruppe Handelsblatt als Übergangs-Geschäftsführer saniert. Mahlert war lange Zeit Finanzchef bei Holtzbrinck, nun soll er in den Aufsichtsrat der "Zeit" einziehen.

Anzeige

Der barocke Michael Grabner verließ 2007 die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Angeblich stimmte die Chemie zwischen dem altgedienten Verlagsmann und dem dynamisch in neue Web-Welten vorstoßenden Stefan von Holtzbrinck nicht. Grabner zog sich nach Wien zurück, arbeite dort als Berater und gründete mit Michael Grabner Media eine Firma für Medieninvestments. Als Investor zeigte er sich durchaus neuen Medien und Konzepten aufgeschlossen. Er beteiligte sich u.a. an der Schweizer Gratiszeitung „.ch“, Media Digital, der Online-Tochterfirma von Wolfgang Fellners Tageszeitung „Österreich“, wetter.at oder dem Frauenportal madonna24.at.

Der 60-jährige Grabner heuert nun als Berater bei Dieter von Holtzbrinck an. Man darf davon ausgehen, dass der erfahrene Medienmanager eine durchaus aktive Rolle spielen wird.

Für den Aufsichtsrat der „Zeit“ holte Dieter von Holtzbrinck seinen ehemaligen Finanzchef Arno Mahlert, 62, zurück. Der ist noch bis Mitte Mai Chef der Maxingvest-Holding, zu der Tchibo und Beiersdorf (u.a. Nivea) gehören.

Außerdem zieht der Verleger der „Vorarlberger Nachrichten“, Eugen Russ, in das Aufsichtsgremium der „Zeit“ ein. Das Vorarlberger Medienhaus gilt seit Jahren als Vorreiter in Sachen modernes Tageszeitungs-Marketing. Das relativ kleine Blatt (Auflage rund 64.000 Exemplare) tritt in seinem Verbreitungsgebiet eher wie ein Service-Unternehmen als eine klassische Zeitung auf. So gehört zum Verlag auch eine Radiostation und Leser können beispielsweise Strom-, Telefon- oder Internetverträge über die „VN“ abschließen. Die „Vorarlberger Nachrichten“ haben zudem schon vor Jahren die Bedeutung des Internet erkannt und die Inhalte der Zeitung konsequent mit dem Web verzahnt.

Während sich bei den von Dieter von Holtzbrinck geführten Premium-Zeitungen Aufbruchstimmung breitmacht, werden in der alten Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck eher kleine Brötchen gebacken. Wie das „Manager Magazin“ berichtet, soll Stefan von Holtzbrinck planen, bei Regionalzeitungen zuzukaufen und die E-Commerce-Sparte zu stärken, indem die Beteiligung an dem Online-Buchhändlern bol.com aufgestockt wird. Vom einstigen Zukunfts- und Hoffnungsträger StudiVZ ist keine Rede mehr.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige